Montag, 31. Januar 2011


Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 3-2

och

immer auf der Kriegslistsuche.

Die beiden Mäus‘ im Taktikbuche

Von Jahwe‘s und David‘s alter Quelle

Lasen grad die Bibelstelle

Unter dem Stichwort Sabotage,

Das Verbot, am Sabbattage

Einen fremden Gott zu preisen

Und Fremden den falschen Weg zu weisen.

„Das ist es“, sprach Maus Nagefromm

Zu Zuckermund; nun mach schon, komm!

Wir werden in ihr Lager schleichen

Und umdreh’n ihre Straßenzeichen;

Mir sind die Frösche so verhasst;

Darauf sind sie nicht gefasst,

Dann greifen sie sich Mann für Mann,

Weil sie großen Geistes Kind,

Wie wir wissen, all nicht sind,

In der Schlacht noch selber an.

Gesagt, getan; um kurz vor acht,

Hat man sich auf den Weg gemacht.

Noch herrschte Waffenruh‘ im Reich.

Schnell gelangten sie zum Teich.

Doch es war kein Schild zu seh’n,

Um wie geplant es umzudreh’n.

Im Wasser jedoch saß ein Frosch,

Mit einer frechen, breiten Gosch.

Der machte den beiden Mäusen im Grase

Frech, schnippisch eine lange Nase.

So von den Grünen Kerl brüskiert,

Sind beleidigt die zwei davon marschiert.

Am Schilfsaum sprach ein andrer Mann

Die beiden Mäuse freundlich an.

„Sicher“, sprach er höflich leise,

„Seid ich hungrig von der Reise“

Und hielt scheinheilig deswegen,

Ihnen ein Stück Käs‘ entgegen.

Sie kamen näher, da schlug‘s acht.

Das war der Beginn der Schlacht.

Die beiden Mäus, die ach so frommen,

Sind als erste umgekommen.

So die Moral: Wer falsch versteht

Das Wort, das in der Bibel steht,

Der geht aus eben diesem Grunde,

Oft als erster vor die Hunde.

Aristoquakes unterbrach

Seine Vorlesung und sprach:

„Doch anderseits, das flecht‘ ich ein,

Erkennt man hier ganz lupenrein,

Was ich predige schon lang,

Den Literatur-Zusammenhang

Von Bibel und Batrachomachie.

Mit ein wenig Phantasie,

Sieht man im Geist die Tiere streiten

Auf so manchen Bibelseiten.

Liest man das Tierkrieg-Poem hingegen,

Springt einem mancher Satz entgegen,

Der ähnlich oder wortverdreht,

Auch im Buch der Bücher steht.

Dazu passt meine Hypothese

Von der Doppelbandsynthese.

Die Batrachomyomachie

Ergänzt die Bibel irgendwie.

Wie genau, ist mir nicht klar,

Denn mein Bibel-Exemplar,

Obwohl es auf dem neuesten Stand,

Ist leider nicht aus erster Hand.

Auch diese Schrift in all den Jahren,

Hat manche Änderung erfahren,

So dass sie heut vom Inhalt her,

Entspricht dem Original nicht mehr.

Ob zutrifft meine alte These,

Dass das Gedicht vom Frosch/Maus-Streit,

Als Zahlencode der Christenheit

Dient, kann ich vorerst, der Schriftart wegen,

An dieser Stelle hier noch nicht belegen,

Doch denke ich, die Exegese,

Wird sich irgendwann bewähren,

Um was ich behaupte, zu erklären.

Max Schmäh schüttelte nur den Kopf.

Madam Sinnierlich schwang den Zopf

Von hinten auf ihr Dekolletee

Und zog ihr Knie unters Plissee.

Konträr wollte vom Krieg mehr wissen

Und sprach deshalb gar dienstbeflissen:

„Lasst uns schnell zum Schlachtgeschehen

Der Frösche und Mäuse wieder gehen.

Das ist weitaus interessanter doch.

Auf das, was sie behaupten da,

Können wir am Ende ja,

Wenn es sein muss, eingeh’n noch“.

Der Autor, dazu animiert,

las weiter vor, neu motiviert.

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Machwerk R. W. Aristoquakes

Teil 3-1

Zweiter Kriegstag

angsam ging die Sonne auf.

Der neue Tag nahm seinen Lauf.

Wie von den Göttern vorgesehen,

Rollte ab nun das Geschehen.

Schinkenklauber, der Mäuserex,

Saß beim Frühstück, aß `nen Klecks

Wie stets, vom besten Nussragout

Und tank ein Gläschen Wein dazu.

Danach bracht man ihm Kaviar,

Ganz frisch aus König Pausbacks Teich.

Der Mausherrscher ohne Appetit,

Ließ steh’n den grünen Grützelaich

Und schob beiseit‘ auch das Biskuit.

Dann fragte er den Chefkoch nett,

Ob der nicht noch `nen Kurzen hätt.

Was der Koch dem König bracht

Ist unerheblich für die Schlacht.

Sicher ist, der Satz steht fest,

In der Flasche blieb kein Rest!

Auch ist verbrieft, der Schnaps tat gut.

Nach dem Frühstück voller Mut,

Legte der Rex die Rüstung an.

Wie er, hat’s auch sein Volk getan.

Indes schlugen zu gleichen Stund‘,

Nagefromm und Zuckermund

Im Bibelwerk, dem A und O

Der Kriegsführung nach, in dubio,

Was zu tun ist, wenn man Zweifel hat

Am Kriegssinn, denn sie suchten Rat

Und wollten wissen wie als Späher,

Weil sie nicht gleich fallen wollten,

Sie sich im Feld verhalten sollten.

Unter dem Stichwort Makkabäer

Wurden die beiden fündig.

Staunend sprach Maus Zuckermund

Zu Nagefromm aus gutem Grund:

„Mein Gott, was waren die einst sündig“.

Das Buch der Bücher erster Teil,

Sagt mehr zum Kriege als zum Heil.

So manch Feldzug und manche Schlacht,

Wird dem, der liest dort, nahgebracht.

Als Kriegshandbuch, universell,

Ist das Werk hoch aktuell.

Ganz vorne gleich im Buch genannt.

Das Beispiel Kain ist allbekannt.

Von da ab Hauen, Morden, Streiten

Auf zwei Dritteln aller Seiten.

Unter Zwei Makkabäer Sieben,

Ist, wie man foltert, gut beschrieben.

Wie man mit Leichen Feuer Macht,

Wird einem dort gar beigebracht.

Alles, was man wissen muss,

Als Soldat, kann mit Genuss,

Man in diesem Buche lesen.

Das ganze Werk in seinem Wesen,

Lebt in seiner Textgestalt,

Zum großen Teile von Gewalt.

Ein Beispiel gibt’s in diesem Buche

Für jeden Fall, nur ist die Suche

Beschwerlich in der frommen Quelle,

Weil der Index fehlt zur Stelle.

Trotzdem ist beim Militär,

Die alte Schwarte populär.

Sie kann zu Kriegs- und Rüstungsfragen,

Dem Führer stets die Antwort sagen.

Drum hat heut jeder Mauseschwanz,

Der regiert und hält die Macht,

Zum Suchen eine Konkordanz,

In der, unter dem Stichwort Schlacht,

Man sich informieren kann,

Über den Krieg, vor allem dann,

Wenn, so wie dereinst schon Achill,

Man jede Schlacht gewinnen will.

Alles ist dort festgehalten.

Zum Beispiel wie man altbewährt,

Einem Feind den Krieg erklärt.

Wie eine Schlacht sich lässt gestalten;

Wie man Söldnerheere kauft;

Wie man brandschatzt, plündert, rauft;

Wie man Meere, Wüsten, Flüsse quert

Wird dem Landser da gelehrt.

Alles wird geschildert dort,

Vom Kinder- bis zum Völkermord.

Wie man Nachschub sich beschafft,

Ist beschrieben meisterhaft.

Belagerung und Angriffskrieg,

Niederlage, Pyrrhussieg;

Wie das Schwert man führt zum Köpfen;

Wie die Feinde sind zu schröpfen;

Wie man sich den Gegner greift

Und wie man dessen Burgen schleift.

Truppenaufmarsch, Marschmusik;

Geheim-und Bündnispolitik;

Fahnenordnung, Musterrolle,

Das ist am Werk das Wundervolle;

Für jeden Fall und jede Lage,

Weist uns den Weg die Gottessage.

Musterung und Tauglichkeit,

Jede kleine Einzelheit,

Ist im Buche festgehalten.

Leicht lässt sich so der Krieg gestalten,

Von denen, die das Werk gut kennen.

Und es das Buch der Weisheit nennen.

Die angeblich so heil’ge Schrift:

Erklärt, wie mit Kadavern oder Gift,

Falls nötig es wird irgendwann,

Man Brunnen und Brot vergiften kann.

Wie man Zwist und Zwietracht säht;

Jede Kriegsperversität,

Marterung durch Augenstechen,

Glieder kürzen, Knochenbrechen,

Massaker, Pogrom und Kinderschändung,

Totschlag, Steinigung und Blendung,

Verfolgung, Frondienst, Tyrannei,

Fremdherrschaft und Sklaverei,

All das ist dort festgelegt.

So mancher wurd‘ schon angeregt

Von diesem Buch, das akkurat,

Beschreibt sogar das Attentat.

Selbst zu maritimen Lagen,

Kann man dieses Werk befragen.

Flut und Springflut sind beschrieben

In der Genesis unter Sieben.

Flottenstärken, Schiffsregister,

Waffenlisten der Philister,

In der Genesis Nummer Acht

Wird einem der Schiffbau nahgebracht.

Das Buch der Bücher im Detail,

Beschreibt brutal manch Barbarei,

Wie sie, das wird dort offenbar,

In Palästina Mode war.

Schlacht um Schlacht wurd‘ dort geschlagen.

Verbissen kämpfend, ohn‘n zu Zagen,

Schlugen sich die Makkabäer

Rund um das Heilige Land Judäa.

Die Feldzüge aus Judas Sicht,

Beschreibt uns kühn der Kampfbericht.

All jenes in der Bibel steht,

Was nicht auf eine Kuhhaut geht.

Vorstoß, Rückzug, Kesselschlacht.

Dem Feldherrn wir es leicht gemacht,

Sein Heer zu führen nach der Bibel.

Das Buch wurd‘ zur Soldatenfibel.

Truppenaufmarsch, Überfall;

Vom Landser bis zum Feldmarschall,

Orientiert sich der Soldat,

An dem uralten Traktat.

Wie man die Mittel kann beschaffen,

Für Besoldung, Verpflegung, Waffen,

Wird uns darin mitgeteilt.

Auch wie man sich um die Beute keilt,

Haben uns die alten lieben,

Verfasser in das Buch geschrieben.

Städtekampf, Vernichtungskrieg;

Keine Taktik man verschwieg.

Vom Feldheer bis zur Reiterei,

Ist für jeden was dabei.

Nahkampf, Säbelrasseln, Heldentum,

Kampfesmut, Soldatenruhm,;

Alles was den Krieg betrifft,

Ist enthalten in der Schrift.

Flüchtlingselend, Exodus,

Alles, was man wissen muss,

Steht in der Schwarte brav notiert,

Von jenen die es Schlacht um Schlacht,

Uns haben damals vorgemacht.

Wie man Länder annektiert;

Wie sich im Streite und im Zwist,

Verhalten soll der Zivilist;

Alles steht beschrieben dort,

Satz für Satz und Wort um Wort.

Truppenstärke, Zahl der Rosse;

Aufmarschpläne für die Trosse;

Unterjochung, Tributpflicht und Fron,

Wie man sich putscht auf einen Thron;

Wie im Krieg das Kriegsgericht,

Recht bricht oder Unrecht spricht;

Fahnenflucht und Hochverrat,

Strafen für jede Freveltat;

Wie man einen Durchbruch macht,

Heraus aus einer Kesselschlacht;

Wie man die Truppe drangsaliert,

Dass sie in den Tod marschiert;

Was die Priesterschaft muss tun

Im Kriege für den Volkstribun;

Wie Soldaten man trainiert

Und sie zum Töten motiviert.

Alles ist in diesem Werk

Geregelt für das Kriegshandwerk.

Wie man Tempel bricht und schleift

Und wie man nach der Herrschaft greift.

Das Buch ist voll von Grausamkeiten

Und blutbrünstig auf allen Seiten.

Wie man Mauern ohne Leiter

Überwindet und so weiter.

Wie man für den Krieg sich trimmt

Und ohne Verluste Städte nimmt,

All das steht lehrreich aufgeschrieben,

Unter Josua Sechs und Sieben.

Das Beispiel „Fall von Jericho“,

Erläutert die Taktik. Apropos,

Dort gibt Josua, der Greis,

Dezent auch jenen Querverweis

Auf den Zahlenschlüssel Sieben.

Dort steht klar er festgeschrieben.

Wer klug ist, zieht die Lehre draus,

Zählt nach dem Kode die Bibel aus.

Zusammen mit der Kabbala

Und der Batrachomyomachia,

Führt uns des Wortes wahrer Sinn

Nach Ägypten wieder hin.

Der Große Grüne ist gemeint,

Der uns als Gottheit Nun erscheint!

Als Serapis im Weltenlauf,

Taucht später er in Troja auf.

Mord und Todschlag überall.

Dass Engel Mörder einst gewesen,

Kann man bei Jesaja lesen.

Was man heut kaum glauben kann,

Hundertfünfundachtzigtausend Mann,

Erschlug ein Engel des Herrn bei Nacht

Im Lager der Assyrer in der Schlacht

Ganz allein auf einen Hieb.

Der Rest von Sanherib's Armee

Der danach noch übrig blieb

Zog zurück nach Ninive.

Nach diesem kurzen Zwischenspiel,

Zurück zum Krieg im Bibelstil.

Lasst weiter nun im Heiligen Buche,

Uns blättern zwecks der Taktiksuche.

Das Kapitel Josua Acht

Berichtet uns von einer Schlacht.

Einer wilden Keilerei.

Überschrift: „Die Schlacht bei Ai“

Jahwe selbst den Aufmarschplan

Für das Judenheer ersann.

So wie Er es angeregt,

Wurde der Hinterhalt gelegt.

Dreißigtausend tapf‘re Leute,

So liest man es im Buch noch heute,

Schlugen unverbesserlich,

Seitwärts in die Büsche sich

Und lauerten im Hinterhalt,

Bereit zu Angriff und Gewalt.

Fünftausend weitere, Mann für Mann

Schlichen von der Flanke an.

Das Gros des Feindes fand sich bald,

Westlich der Stadt im Hinterhalt.

Das war die kluge, gotterdachte

Falle, die den Sieg einbrachte.

Zwölftausend fielen. Einerlei,

Alles Leute nur von Ai!

Welch eine Schlacht, welch kluger Plan,

Napoleon wär angetan,

Von Jahwes weiser Strategie,

Doch selbst gelang ihm solches nie.

Was ist ein Sieg bei Austerlitz,

Oder das Buch von Clausewitz,

So frage ich hier nun verwegen

Denn wert gegen jenen Strategen,

Der jede List und Taktik kennt

Und den die Bibel Jahwe nennt?

Heerführer wie einst bei Ai.

Gab nur in Ilion es noch zwei.

Von jenen beiden die Geschichte

Erzählt Homer uns im Gedichte

Um das es hier im Machwerk geht,

Wie Ihr später dann noch seht.

Einer davon, das ist uns klar,

Der Große Grüne Pausback war.

Der andere, Homer kannte sich aus,

War Brotnager, die graue Maus!

Von diesen beiden die Geschichten,

Lasst euch weiter nun berichten.

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Samstag, 29. Januar 2011

Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 2-8


Im Mäuselager, wohl bedacht,

Wurd‘ der Angriffsplan gemacht.

Bei Homer las Stückeldieb

Nach was der zur Taktik schrieb,

Und Psicharpax, bei Rollenhagen,

Hat zwecks der Rüstung nachgeschlagen.

Der Mäuseschmied, die ganze Nacht,

Hat am Amboss zugebracht

Und schmiedete aus bestem Stahl,

Jedem die Waffe seiner Wahl.

Kichererbsen als Geschosse,

Schafften die Träger ran vom Trosse

Um den Feind zu bombardieren,

Während er lässt aufmarschieren.

Der Pater hat in Anbetracht,

Dass mancher würde umgebracht,

Beim Kampfe auf dem Schlachtfeld morgen,

Durchgebetet voller Sorgen:

„Lieber Gott, ach steh uns bei,

Dass bei dieser Keilerei,

Nicht zu viele von uns sterben.

Lass das grüne Volk verderben.

Kämpfe mit auf unsrer Seite;

Steh uns bei im Völkerstreite;

Schone unsere Armee;

Bring Verderben an den See;

Lass die Frösche unterliegen

Und das graue Feldheer siegen;

Schenk Weisheit unserm König, bitte,

Dass er tut die rechten Schritte;

Mach, dass die dummen Frösche alle,

Rennen in unsre Kriegslistfalle;

Und lieber Gott, ich bitte dich,

Verschon vor allen Dingen mich.

So betete Maus Zuckermund

Und schwor dem Herrgott: „Ich bekund‘,

Vor aller Welt es dann als Christ,

Dass du der allergrößte bist;

Der einzig wahre Weltengott,

Fügte er hinzu bigott.

Doch erst musst du den Sieg uns bringen.

Das muss ich mir schon ausbedingen,

Wenn das nichts wird, so glaube mir,

Dann wendet das Volk sich ab von Dir

So wie eventuell auch ich,

Und sucht einen neuen Herrscher sich,

Und er fügte leise noch hinzu,

Der besser sein Handwerk versteht als du“.

Der Herrgott hat ihm nichts erwidert.

Vermutlich hat ihn angewidert,

Das Gebet von Zuckermund.

Er hatte dazu allen Grund.

Nicht nur der Pater in der Nacht,

Hat gebetet vor der Schlacht.

Gutbißchen, eine Stadtmaus saß

Abseits ganz allein im Gras.

Die Hände hielt gefaltet sie.

Nach ihrer Glaubensliturgie,

Hatte sie den Blick nach oben,

Zu ihrem Gotte hin erhoben.

Sie flehte, ach verzeihe mir,

Dass ich so garstig war zu dir.

Verzeih mir, dass ich dumme Maus,

Trat aus der Kirche kürzlich aus.

Ich trete sofort wieder ein

Und werd‘ wie nie katholisch sein,

Wenn Du errettest morgen mich,

Werd‘ ich nie wieder lästerlich,

Über deine Priester fluchen.

Den Gottesdienst werd‘ ich besuchen...“.

Ihr letztes Wort war „Lieber Gott“!

Da traf ein Speer sie, sapperlot,

Wie hat der Maus das wehgetan.

Sie fügte noch das „Amen“ an,

Dann floh ihre Seele aus dem Loche,

Ach es war fürwahr ein Graus,

Unter ihrem Schwanz heraus,

Und nahm Kurs, nein nicht hinauf,

Sondern hinab, zur Hölle auf.

Befreit der Körper nun vom Joche

Des Krieges lag ihr Leichnam da.

Als die Nachteule das sah,

Hatte sie Erbarmen,

Mit der Maus der armen.

Der feige Mord blieb ungesühnt.

Der Frosch der dazu sich erkühnt,

Die Maus zu töten in der Nacht,

Tags drauf Kariere hat gemacht.

Er wurd‘ zum General ernannt.

Als des Königs Adjutant,

Er zu seiner Rechten saß.

Mit Namen hieß er Mückenfraß.

Der Rest der Nacht verlief normal.

Nur eine Maus, die im Kanal

Ins Froschlager sich schleichen wollt,

Wurd‘ durch die Wache aufgerollt.

Frosch Moortanz, mit dem Schwerte hat

Enthauptet sie und rabiat,

Den Schädel von dem grauen Biest,

Mit seiner Lanze aufgespießt.

So stand auf Posten er, gab Acht,

Dass weiter ruhig blieb die Nacht.

Mit der Trophäe in der Hand,

Er noch bei Taganbruch dort stand,

So dass jeder Mäusekrieger klar,

Sah was nachts geschehen war.

Jede Maus so umzubringen,

Wenn sie versuchte einzudringen,

Wie Lochkriecher in Pausbacks Lager,

Versprach das Schreckensbild. Kein Nager

Hat vor Angst es mehr versucht.

Doch alle haben ihn verflucht,

Den rabiaten Killerfrosch

Moortanz mit der breiten Gosch.

Als blasser wurd‘ des Mondes Schein.

Und die Dämmerung trat ein,

Regten sich im Morgengrauen,

Die ersten Krieger, nachzuschauen,

Wie die Nacht verlaufen war.

Lochkriechers Schädel grinste fies,

Die Zähne zeigend noch am Spieß,

Als Wäscher des Toten wurd‘ gewahr,

Er traute seinen Augen kaum.

Sein bester Kumpel lag gepfählt,

Von den Mäusen totgequält,

Rücklings mit erhob‘nen Beinen,

Ermordet feig, am Ufersaum.

Ach es war ein Bild zum Weinen.

Wie gemein die Mäuse waren,

Sollte das Froschvolk so erfahren.

Sie pfählten Sümpfler, ließen stecken,

Ihn auf dem Pfahl um zu erschrecken

Die jungen, noch grünen Froschsoldaten.

Die sollten in Panik all geraten,

Wenn sie an Sümpfler was geschehen,

Bei Tageslichte würden sehen.

Gleich nebenan, demselben Zwecke,

Diente ein toter grüner Recke,

Der so am Wegrand war platziert,

Dass er jedem der dort längs marschiert,

Wenn er auf das Schlachtfeld wollte,

Große Angst einflößen sollte.

Niemand möchte so verrecken!

Dies sollt der Gemarterte bezwecken.

So hatte der Feind sich mit Bedacht,

Die schreckliche Sache ausgedacht.

Gefesselt, gefoltert, massakriert.

Ein jeder am Krieg die Lust verliert,

Der so etwas am Wegrand sieht,

Wenn fröhlich er aufs Schlachtfeld zieht.

Zerkratzt, die Augen ausgestochen,

Von tausend Ameisen bekrochen,

So lag sie dort des Quarzners Leiche.

Wahrlich kein Bild ums anzuschauen.

Es war fürwahr ein Bild zum Grauen.

Wäscher jedoch, der einfallsreiche

Krieger von Format und Rang,

War vor dem toten Freund nicht bang.

Er kniete nieder zum Gebet.

Dann durchschnitt die Fesseln er diskret

Und trug den Toten durch das Rohr,

Hinunter bis ins Teufelsmoor.

„Mach‘s gut mein Freund“, sprach er zur Leiche,

Und übergab sie dann dem Teiche.

Der Sumpf verschlang den Körper schnell.

Noch bevor es wurde hell,

War des Frosches Seele unbenommen

Davon, was mit ihrer letzten Bleibe

Geschehen war, in Quarzners Leibe,

Im Jenseits bereits angekommen.

Ein andrer Frosch, zu Tod geschunden,

Ward kurz darauf im Schilf gefunden.

Es war Nachtwackers Zwillingsbruder.

Irgend so ein Mäuseluder,

Hatte ihn in finstrer Nacht,

Im Bette liegend umgebracht.

An seinem Hals das Würgemal

Verriet, dass der Mörder gar brutal,

Um, was er wollte, zu erlangen,

Bei seiner Tat war vorgegangen,

Die Luft hatte ihm abgedrückt.

Dass der Maus der Mord geglückt,

Lag wohl daran, dass der Frosch

Zu müde war, um seine Gosch

Aufzutun morgens um drei,

Für einen lauten Hilfeschrei.

So konnt‘ Nachtwacker mit Bedauern,

Den toten Bruder nur betrauern.

Mit erhobenen Händen schwor,

Er zornig zum Olymp empor:

„Verleih mir Mut, du großer Gott,

Dass ich dieses Mordkomplott

An meinem Bruder heut noch räche.

Schenk mir Kraft, den Feinden Schwäche,

Dass ich jede Maus erschlage,

Die sich mir zum Zweikampf stellt.

Dann sorg ich für die Niederlage

Des Mäuseheers allein im Feld“.

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.