Donnerstag, 28. April 2011

Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 7 -7

Der Frosch


er Frosch,

so steht es schon geschrieben

Im Märchenbuch, er wird gemieden

Weil er, wie ihr alle wisst,

Garstig und arg glitschig ist.

Er trägt Warzen, hässlich dick.

Niemand findet so was schick.

Auch giftig ist das Krötentier,

Manchmal sehr, so denken wir.

Setzt man ihn auf golden‘nen Stuhl

Dann hüpft zurück er in den Pfuhl

Weil er gern im Matsche wühlt

Und sich dort zu Hause fühlt.

Der Frosch ist nasskalt, schleimig, glatt.

Er faulenzt gern auf einem Blatt

Der Seerose. Dem Tunichtgut

Fehlt es obendrein an Mut.

Was ist schon dran an einem Frosche?

Außer seiner großen Gosche,

Mit der er quakt als Gernegroß,

Ist er als Tier bedeutungslos

Sagt das Manntier über ihn

Und hat als Nichtsnutz ihn verschrien.

Er frisst Würmer, Fliegen Schaben

Und ist für Mücken auch zu haben.

Er quakt und macht des Nachts Radau,

Wenn er sich sehnt nach einer Frau.

Er lässt sich tragen dann vom Weibe

Auf Wanderschaft zum Zeitvertreibe.

Auch gräbt er gern im Schlamm sich ein,

Was heißt, er muss ein Dreckskerl sein.

Seine Beine, weil unterschiedlich lang,

Sind hinderlich für schönen Gang.

Weshalb, wenn aus dem Schlamm er schlupft

Anstatt aufrecht zu gehen er nur hupft.

Selbst im Bett ist solch ein Tier

Nicht so kuschelig wie wir.

In des Menschen Religion

Spielt er zwar nicht die Hauptperson,

Doch ist derjenige ein Thor,

Der denkt, er käm‘ dort gar nicht vor.

Hier gilt der Frosch seit alters her

Als unrein und hat’s deshalb schwer.

Frosch und Kröt‘ aus Christensicht

Sind unrein und somit würdig nicht,

Mit andern Tieren hier auf Erden

In einem Satz genannt zu werden.

Denn schon das Alte Testament

Den Frosch als Plage uns nur nennt.

Das Buch der Bücher, zweiter Teil,

Gereicht dem Nacktfrosch nicht zum Heil

Denn dort hat Johannes offenbart,

Dass ein Tier von seiner Art,

Wie es in 16,13 heißt,

Unrein als Dämonengeist

Aus dem Drachenmaule kroch.

Drei Frösche, allesamt nicht rein,

Sollen es gewesen sein,

Doch darauf komm ich später noch

Und zwar dann wenn ich erst hier

Über das Buch der Bücher referier‘.

Als Versuchstier, im Labor,

Kommt der Frosch schon öfter vor.

Selbst in der Forschung, wie man weiß,

Lieferte ein Frosch manchen Beweis.

Ohne vorher aufzumucken,

Ließ er seine Muskeln zucken,

Streckte energiegeladen,

Oberschenkel mit den Waden,

Wenn er spürte in den Beinen

Jenen Stromschlag, jenen kleinen,

Den Luigi Galvani ihm sandte,

Der sich Arzt und Forscher nannte.

Dieser, nach jedem Stromversuch,

Führte das Statistikbuch,

Notierte, was der Strom bezweckte

Genau wie weit sein Bein sich steckte.

Der arme Grüne, unter Stöhnen,

Konnte sich nicht an das gewöhnen,

Was Galvani da mit ihm trieb,

Doch er hielt tapfer durch und blieb

Ohne auch nur quak zu sagen

Oder nach dem Sinn zu fragen.

Wenn der Stromstoß stieß hinein,

Schmerzte der Ischias ihm im Bein.

Er war von all dem nicht erbaut.

Ihm ging der Strom unter die Haut.

Versuchsreihen von früh bis spät

Mittels der Elektrizität.

Der Frosch das gar nicht lustig fand,

Dass er so unter Spannung stand.

Doch Undank ist der Welten Lohn!

Schlägt man heut nach im Lexikon;

Beim Stichwort Froschschenkelversuch

Steht Luigi Galvani im Buch,

Der vor langer Zeit entdeckte,

Dass der Froschschenkel sich streckte,

Wenn man mit Strom ihn animierte

Und den Frosch elektrisierte.

Doch vom grünen Anatom,

Der ertragen must den Strom,

Fehlt der Name, nur zu lesen,

Dass er sei ein Frosch gewesen.

Dass im Frosch viel mehr noch steckt,

Haben Psychologen auch entdeckt.

Ganze Heere von Autoren

Haben den Frosch sich auserkoren

Und Prinzessinnen erklärt

Wie man mit einem Frosch verfährt,

Und was man tut und wie man handelt,

Damit zum König er sich wandelt.

Jellouschek schrieb Bände voll.

Doch nicht alles ist so toll,

Was in solchen Büchern steht

In denen es um Sex meist geht.

Beim Psychoquax auf Lack und Knautsch

Auf der Psychologencouch

Wurde mancher Prinz schon ungelogen

Zum Frosch dank eines Psychologen!

In der Werbung, wie man weiß,

Dient der Grüne auch mit Fleiß.

Salamander, Erdal, Quick;

Frosch ist in und Frosch ist schick.

Für Kosmetik, Schokolade,

Ist der Frosch uns nicht zu schade.

Deshalb mit Quakis Jedermann

Kurbelt seinen Umsatz an.

In der Raumfahrt einst sogar,

Der Frosch einer der Ersten war

Welcher, was auf unserer Welt geschah

Aus dem fernen Weltall sah.

Lang davor, in Babylon,

Galt der Frosch als Gottheit schon,

Die archäologischen Belege zwar

Sind dafür heut ziemlich rar.

Doch mancher Frosch geschnitzt aus Stein

Fände sich noch heute ein

Wenn man würde graben dort

Am ur-ur-ur-uralten Ort.

Doch sicher ist, im alten Ur

Gehörte er zur Hochkultur.

Als Marduk wurde er bekannt

Später ward er Baal genannt

Ob Gott oder Dämon er dort war

War selbst den Hexen nicht ganz klar.

Die haben ihn zurechtgestutzt

Für ihre Machenschaft genutzt

Bis er passte gut hinein

Ins Hexen-Alchemie-Latein.

Ein Ruf entstand, voll Widersprüchen,

Gut für alle Hexenküchen;

Und so gaben Hexen drein

Ihren Suppen Fröschebein,

Haben dem Frosch in ihrem Wahn,

Schlimmes Unheil angetan.

Doch weil er trotzdem weiterquakte

Und dass er einst ein Gott war sagte,

Im Pharaonenland vor langer Zeit

Wurde der Frosch gerüchtebehängt,

Ins Tierabseits alsbald gedrängt,

Zur unbequemen Minderheit,

Die von der Masse wird gehetzt.

Mit negativem Ruf besetzt

Wurde dem Tier anstatt von Heil,

Hohn und nur noch Spott zuteil.

„Sei kein Frosch“, so manche sagt

Zu einem der scheint zu verzagt.

„Sei kein Frosch, nicht feige sein“

Ruft man einem hinterdrein,

Der ängstlich ist oder sich ziert,

Und fürchtet, dass er sich blamiert.

Doch ist nicht alles relativ?

Vielleicht liegen wir ja damit schief,

Was als Meinung wir erhaben,

Uns über den Frosch gebildet haben

Und die wir unbedacht laut nennen,

So als würden wir ihn kennen,

Den Frosch, doch nur selten haben wir

Wirklich Ahnung von dem Tier.

Denn wer sagt uns eigentlich

Was am Froschsein wesentlich?

Was heißt das Wort „du Froschnatur“?

Doch sicherlich was Gutes nur!

Und ist in uns nicht auch Entzücken,

Wenn wir ein Nacktfröschlein erblicken?

Wir sind da oft recht einfallsreich,

Wenn den Frosch wir zum Vergleich

Mit dem Schöpfer zieh‘n spontan

Und dessen Ebenbild heran.

Doch wer von uns hat beigetragen

Dazu, dass Frösche keine Schwänze haben?

Bestimmt nicht wer von früh bis spät,

So wie ein Ochsenfrosch sich bläht!

Oft haben solche Leut‘ im Leben

Den Fröschen zu trinken schon gegeben

Oder gedacht, dass sie gefischt,

Und nicht einen Frosch erwischt.

Wer hat nicht wider bessres Wissen,

Einem Frosch die Federn ausgerissen?

Man sagt, der Frosch kann nicht mal singen

Und auch sonst nichts fertig bringen

Denn einer der im Sumpfe weilt

Mit Schurken nur sein Schicksal teilt.

Auch sagt man, dass die laute Stimme

Den Charakter des Frosches mitbestimme,

Denn einer der brüllt so wie ein Leu

Und von Statur her ist nur klein,

Und zudem ängstlich ist und scheu,

Der kann ja nur ein Großmaul sein.

Doch wahrlich, hört zu ich sage euch,

Es steht schon so im Pentateuch:

„Achtet auf ihn, hört seine Stimme“!

(Ex 23,21)

Denn das einzig wirklich Schlimme

An dem was ich beschreibe hier,

Ist, dass von Rom das brave Tier,

Das in Ägypten galt als Gott

Verketzert wurde voller Spott

Weil es nicht passte ins Konzept

Jenem römischen Adept

Der mit den Seinen unumwunden

Hat, was heut noch gilt erfunden.

Der Frosch hat, so wie es gekommen,

Damals ganz still hingenommen.

Später hat er festgestellt,

Dass er ward geprellt.

Seit jenem Tage schimpft er laut.

Doch weil den Göttern er vertraut,

Gibt er nie auf. Der grüne Wicht

Blickt mit heiterem Gesicht

Aus seines Schicksals Abgrundtiefe,

Und seinesgleichen Perspektive,

Auf die, die ihm das angetan

Haben einst im Götterwahn.

Doch jene die ihn einst verrucht

Verunglimpft haben und verflucht,

Übernahmen im Mythos und im Brauch

Den Lurch für ihrem Sprachgebrauch.

So kommt es, dass wir nicht erröten,

Wenn betteln wir um ein paar Kröten;

Und haben wir nicht alle schon

Eine Kröte geschluckt zwecks der Räson;

Obgleich sie uns wollt‘ nicht recht schmecken,

Wie Frösche die im Halse stecken,

Sind machtlos wir da stets geblieben

Und siegreich immer die Amphiben.

Selbst wenn der Frosch im Hals ist klein,

Bewirkt er doch das heiser sein

Und macht aus unsrer schönen Stimme

Ein Quaken nur, das ist das Schlimme.

Und wer übt da schon gern Verzicht?

So wie der Frosch das Quaken nicht

Lässt und auch nicht lassen will,

Sind auch wir nicht gerne still,

Sondern grölen, dass man uns auch hört,

Obwohl‘s vielleicht den Frosch ja stört.

So deutet es sich hier schon an,

Was man unschwer merken kann,

Das mancher von uns, wenn er schreit,

Hat mit den Fröschen Ähnlichkeit.

Doch andrerseits, wen sollte stören

Des Frosches Quak, lässt er es hören?

Gern lauschen wir der Melodie,

Die aus der Teichgrün-Kolonie

Herüberschallt so hörenswert.

Wir nennen es dann Froschkonzert.

Doch hat der Frösche reinstes Quaken

Für manchen Zeitgeist einen Haken;

Denn wenn verliebt durchs Schilf sie springen

Und allzu laut ihr Liedchen singen,

Dann schallt der Lärm oft meilenweit

Und wirkt recht lästig mit der Zeit.

Wird zum Geplärre ihr Geschrei

Ist uns ihr Sang nicht einerlei.

Dann fühlen wir uns oft gestört

Und meinen es wär unerhört,

Was die Frösche Löwen gleich

Sich erlauben nachts am Teich.

Selbst Luther hat einst zugesetzt,

Als er die Bibel übersetzt,

Ihr Gequake in der Nacht.

Hätt‘ sie am liebsten umgebracht.

Er hat die Frösche laut verflucht;

Da haben das Weite sie gesucht.

Vor kurzem jedoch ein Gericht

Brachte den Fröschen Zuversicht.

Ein sturer Mann hatte geklagt

Weil sein Nachbar höchst gewagt

Quappen setzte aus im Teich.

Als die Frösche dann sogleich,

In der lauen Sommernacht

Haben arg Radau gemacht,

Hat ihm das den Schlaf geraubt,

Und er zu klagen sich erlaubt.

Als das Urteil war verkündet

Hat der Richter es begründet.

Er sprach: „Ich geb‘ den Fröschen Recht

Denn diese quaken artgerecht“!

Nun ahnen wir, was solch ein Lurch

Im Froschleben macht alles durch.

Ihm wird so manches Vorurteil,

Weil ahnungslos wir sind, zuteil.

Geboren wird der Frosch nicht gleich.

Als Quappe schlüpft er aus dem Laich.

Das ist am Tier das Kuriose,

Den Frosch macht erst Meta Morphose.

Als Dickkopf mit `nem Schwänzchen dran,

So fängt für ihn das Leben an.

So schwimmt er hier und taucht er dort,

Sein Schwänzchen treibt ihn hurtig fort.

Die Quappen scheinen es zu wissen,

Dass sie den Körper ändern müssen.

So eines Tages dann der Kleine,

Erhält zwei allerliebste Beine.

Nun geht das Schwimmen doppelt schnelle

Von einer zu der andern Stelle.

Nachdem die Baby-Zeit vorbei,

Wachsen Beine nochmals zwei.

Dann zieht Paul Quapp sein Schwänzchen ein

Um fortan nur noch Frosch zu sein.

Er lernt, wie man im Teiche fischt,

Im Sprunge Mück und Flieg erwischt

Und erobert bald im Sturm

Seinen ersten Regenwurm.

Vier Beine hat die Kreatur,

Doch von Laufen keine Spur.

Man sieht durchs Rohr ihn langsam schlüpfen

Oder unbeholfen hüpfen,

Was für uns erlaubt den Schluss,

Dass das Tier sehr dumm sein muss.

Denn wer Beine kann sein eigen nennen,

Der sollt nicht hüpfen, der sollt rennen.

Doch eines sei hier eingefügt.

Wer den Frosch als dümmlich rügt

Dem sei eines hier erklärt:

Des Frosches Gangart ist bewährt

Schon seit vielen Millionen Jahren.

Würden die Frösche Auto fahren

Dann wär‘s fürwahr um unsre Welt

Noch schlechter als es ist bestellt.

Beim Sex gibt er sich wie verrückt.

Wenn ihm der rechte Griff nicht glückt

Fasst er nach. Er gibt nicht auf

Manchmal ein Dutzend all zu Hauf

Probieren ihr Glück bei einer Dame

Von der man weder Rang noch Name

Noch ihre Sexpraktiken kennt.

Der Frosch ist scharf und sehr potent.

Er bläst sich auf, er hat die Gabe,

Für sie mit Imponiergehabe,

Doch verschlägt es ihm die Sprache

Wenn er anfängt mit der Sache.

Tomi Ungerer hat ihn studiert,

Sein Paarungsverhalten karikiert.

Das Frosch-Kamasutra ist voll

Von Fröschen, die sich liebestoll,

Den Menschenkindern analog,

Paaren ohne dass er log.

Der Frosch ist hilfreich sagt die Mär;

Und dies nicht ganz von ungefähr.

Der Prinzessin bracht zum Glück

Die goldene Kugel er zurück,

Die er tief im Brunnen fand.

Sie warf zum Dank ihn an die Wand.

Der Frosch für Märchen prädestiniert,

Hat sich als Prinz ihr präsentiert.

Sie fand es herrlich und nicht schlimm.

So schrieben es die Brüder Grimm.

Aus Aesop’s Hinterlassenschaft

Weiß man, dass der Frosch ist fabelhaft.

Neben Wolf, Leu, Aar, Schakal und Fuchs

Fabuliert ein Tier von plumpen Wuchs,

Und stellt sich mal dumm, mal weise dar.

Man ahnt, dass dies das Fröschlein war,

Welches in antiker Fabel

Auftrat als Meister der Parabel.

Auch Wilhelm Busch, der Wohlbekannte,

Schrieb Froschgeschichten amüsante.

Selbst Goethe ließ die Frösche quaken

Als sie bei ihm im Eise staken.

Doch spätestens seit Eugen Roth

Weiß man, dass Frösche sind bedroht.

Der Mensch, er ist auf sie versessen.

Er mag sie gern, doch nur zum Essen.

Eugen starb hoffend, dass die Enkel

Verspeisen nicht mehr Frosches Schenkel.

Er wird sicher nun dort oben

Fluchen auf uns dumme, groben

Welchen noch immer steht die Gosche

Nach den Schenkeln von dem Frosche.

Dass Frösche meist ganz anders sind

Als wir und auch die Menschen denken,

Versuchte Zeus nun einzulenken,

Weiß im Olymp hier jedes Kind.

Denn welcher grüne Jung‘ besaß

Nicht einen Frosch im Einmachglas,

Der für ihn hat prophezeit

Tag und Nacht stets dienstbereit.

Den Menschen sind die Frösche auch

Willkommen in ihrem Sprachgebrauch.

So manchen Vers, der wurd ersonnen

Hat man den Fröschen abgewonnen.

„Die Frösche tun sich selbst nur Schaden

Wenn sie den Storch zu Gaste laden“

„Der Frosch, das weiß ein jeder Wicht,

Ist zahnlos, deshalb beißt er nicht“

„Mancher Frosch bläht seinen Kropf

So groß auf als wär es sein Kopf“

„Setz einen Frosch auf gold‘nen Stuhl,

Er hüpft zurück in seinen Pfuhl“

„Des Frosches Fluch kann nichts bezwecken

Weil er im Wasser bleibt meist stecken“

„Wenn Frösche und Mäuse sich bekriegen

Hat der Habicht leichtes Siegen“

„Wenn der Frosch liegt tot im Grase

Tanzt die Flieg auf seiner Nase“

„Dem Frosch im Pfuhl und seinem Kumpan

Bleibt unbekannt der Ozean“

„Dem Frosch im Brunnen fällt es schwer

Einen Blick zu tun aufs Meer“

„Wenn der Frosch quakt, sagen die Alten,

Soll auch der Mensch die Hände falten“

„Wo’s Frösche gibt, so ist es Brauch,

Gibt es seit jeher Störche auch“

„Man kann ein Fröschlein nicht zum Singen

Auf die Opernbühne bringen“

„Der Frosch lässt sich die Stammesriten

In seiner Pfütze nicht verbieten“

„Wer sich hat Frösche eingeladen

Muss in trübem Wasser baden“

„Dem Frosch, der an den Sumpf gewöhnt

Sind Gold und Edelstein verpönt“

„Die Frösche in gar schlimmer Weise

Dienen dem Adebar als Speise“

„Wer ein rechter Frosch will sein

Der zieh sein Schwänzchen alsbald ein“

„Der Frosch übt selten gern Verzicht

Drum lässt er auch das Quaken nicht“

„Frösche haben nichts zu lachen

Wenn sie den Storch zum König machen“

„Um die Frösche ist’s gescheh‘n

Wenn sie nicht mehr baden geh’n“

„Will der Frosch ein Sieger sein

Muss er wie ein Tiger sein“

„Der Frosch der aufbläht sich am Teich

Wird niemals einem Ochsen gleich“

„Lass doch die Frösch‘ im Sumpfe schrei’n

Und tu indessen das was Dein“

„Der Frosch will sein dem Ochsen gleich

Und koste es sein Königreich“

„Der Frosch trinkt seinen Teich nicht aus

Denn er braucht ja sein zu Haus“

„Der Frosch könnt er sich selbst verkaufen

Wär mehr als nur ein grüner Haufen“

„Die Stimme groß, er selbst ist klein

Was nahe nichts, hat ferne Schein“

(Friedrich von Logau)

„Quak, quak, so tönt des Frosches Singen.

Was Schönes will ihm nicht gelingen;

Doch wer legt fest, was schön ist hier?

…………………………….Wir“

„Der Frosch ist“, so sprach Zeus gar heiter

Zu den andern Göttern weiter,

„Fürwahr ein sonderbares Wesen.

Erst kürzlich habe ich gelesen,

Was Aristoquakes einst bei Nacht

Hat alles zu Papier gebracht

Über den Quaks, den hübschen grünen.

Er wagte in seinem letzten Buch

Als allererster den Versuch,

Tapfer all das Leid sühnen,

Welches bisher nie gerügt

Der Mensch dem Tier hat zugefügt.

Unter anderem ließt man dort“

So fuhr der Göttervater fort

„Ich weiß noch wie als Kind wir gingen

Durch Mühsal, ihm die Fliegen fingen

Damit er sich daran konnt‘ laben.

Was andre mit ihm getrieben haben

Hat der Autor auch berichtet,

Doch das sei hier nun nicht verdichtet,

Denn es war schändlich allemal.

Heute wär es ein Skandal,

Was die Kinder, die so lieben

Mit den Fröschen alles trieben.

Glaubt mir, es war fürwahr ein Graus!

Drum spar ich das Kapitel aus.

Auch mancher von uns taucht bisweilen

Auf in des Dichters Dichterzeilen

Doch auch das“ sprach Zeus sonor,

„Trag ich wohl besser nicht euch vor“.

Danach fügte der Kronìde spontan

Des Autors letzte Verse an.

„So hoff ich, dass man dereinst sagt:

Hör zu wie schön das Fröschlein quakt.

Denn schließlich steckt des Lebens Sinn,

In jedem Froschgesang ja drin.

Denn ruft gar lustig er am Teich

Bestellt er sich ein Weib zur Laich

Und so geseh’n, das Fröschelein

Könnte für uns Vorbild sein.

Nur müssen wir auf seid‘nem Laken

Nicht unbedingt dabei auch quaken.

Wenn dem so ist, dann sei doch froh.

Ruf nicht „igitt ein Frosch“, sag „oh“.

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wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.