Freitag, 24. Juni 2011

Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 8 – 16

Die heroische Schlacht 3. Tag

-Der Admiral macht weiter-


n jedem Stab


„In jedem Stab im Lagezimmer

Macht man die Lage immer schlimmer“.

„In jedem Stab fällt schwer das Wachen,

Drum träumt man vom Karriere machen“.

„In jedem Stab gibt’s eine Ware

In allen Größen, Formulare“.

„In jedem Stab, man tut was man kann,

Was man heute nicht schafft, packt man morgen nicht an“.

„In jedem Stab den klügsten Ton

Schlägt an wer schweigt nur monoton“.

„In jedem Stabe ist man froh

Denn Stabsdienst kennt kein Risiko“.

„In jedem Stab ist man empört

Wenn jemand die Idylle stört“.

„In jedem Stab, Papier ist geduldig,

Bleibt mancher Brief die Antwort schuldig“.

„In jedem Stab im Überdruss

Schafft man Papier im Überfluss“.

Jetzt kam der Admiral in Fahrt.

So manches hatte er aufgespart,

So schien es, um es nun beim Singen

An den Fahrensmann zu bringen.

Ohne Pause, schräg im Klang,

Er nun das Stabsleben besang.

„In jedem Stab, Bildung muss sein,

Drum bildet jeder sich was ein“.

„In jedem Stab ist es erlaubt,

Zu schreiben was man selbst nicht glaubt“.

„In jedem Stab kommt einer weiter,

Durch Arbeit von seinem Mitarbeiter“.

„In jedem Stab bei Vater Staat

Sitzt irgendwo ein Bürokrat“.

„In jedem Stab die schönste Schrift

Hat die Tippse falls sie trifft“.

„In jedem Stab wird man im Nu

Mit Beamtendeutsch per Du“.

„In jedem Stab ganz ohne Zwang

Läuft mancher Vorgang seinen Gang“.

„In jedem Stab da weiß man wie

Man alles macht in Theorie“.

„In jedem Stab macht man Papier

Für Aktenordner DIN A 4“.

„In jedem Stab gar hoch trägt sein Haupt

Wer irrig ohne mich geht es nicht glaubt“.

Beifall brauste auf nun laut.

Keiner hatte zugetraut

Dem Admiral wie praxisnah

Der seinen Dienst im Stabe sah.

Doch nun war Rohrquax an der Reihe.

Er war im Singen zwar ein Laie

Doch was das Reimen anbetraf;

Das konnte er sogar im Schlaf.

Ohne lang sich zu besinnen

Hörte man ihn jetzt beginnen“.

„Auf jedem Schiff fällt mal was um

Wenn der Dampfer macht sich krumm“.

„Auf jedem Schiff spart seine Heuer

Sich mancher für ein Abenteuer“.

„Auf jedem Schiff schont einer die Decken

Indem er durchmacht bis zum Wecken“.

„Auf jedem Schiff winkt man mit Ruß

Zum Abschied einen Heizer-Gruß“.

„Auf jedem Schiff mit Schisslaweng

Üben Pulverköpfe Peng“.

„Auf jedem Schiff beim Landzielschießen

Kann man Artillerie genießen“.

„Auf jedem Schiff, alles hat seinen Zweck

Selbst die Möwe im Mast, sie bekleckert das Deck“.

„Auf jedem Schiff und jedem Kahn

Hängt irgendwo ein Rollenplan“.

„Auf jedem Schiff, meist an Brassen

Fähnriche ihre Wut auslassen“.

„Auf jedem Schiff falls mal in Not

Gibt’s links und rechts an Bord ein Boot“.

Auch Rohrquax hatte keine Müh

Bei seinem Dichter-Sing-Debüt.

Drum sang er weiter ganz spontan

Und fügte noch zehn Verse an.

„Auf jedem Schiff im Zick-Zack-Plan

Macht einer Zack wenn Zick ist dran“.

„Auf jedem Schiff nach Seemannsart

Wer Grog trinkt stets am Wasser spart“.

„Auf keinem Schiff des Wassers Macht

Beherrscht man wenn man muss bei Nacht“.

„Auf jedem Schiff, auch auf Fregatten,

Gibt’s Leute die schon Filzläus‘ hatten“.

„Auf einem Schiff wenn nachts es holpert

Ist einer übers Süll gestolpert“.

„Auf jedem Schiff fährt auch ein Hesse,

Der babbelt nur vom Handkäs esse“.

„Auf jedem Schiff, aus gutem Grunde

Hat der Smutje Überpfunde“.

„Auf jedem Schiff ist rechts der Mitte

Stets Steuerbord nach alter Sitte“.

„Auf jedem Schiff im Sturmgetöse

Erkennt man eines Mannes Größe“.

„Auf jedem Schiff, so ist es Mode,

Spielt einer auf der Quetschkommode“.

Als nächster Sänger sich empfahl

Erneut vom Stab der Admiral.

Er legte seine Stirne kraus;

Langsam ging ihm die Puste aus;

Doch dann begann von Stabsdienstdingen

Er fröhlich weiter vorzusingen.

„In jedem Stab so manche Schreiben

Im Körbchen unten liegenbleiben“.

„In jedem Stab seit langen Zeiten

Schwärmt man fürs Paragraphenreiten“.

„In jedem Stab mit Wohlbehagen

Leute über Stress laut klagen“.

„In jedem Stab die Truppe hetzt

Ein Held der dort Termine setzt“.

„In jedem Stab fängt ab und an

Am Schreibtisch man zu schwimmen an“.

„In jedem Stab ist zappenduster

Wenn zum Vorgang fehlt das Muster“.

„In jedem Stab ist in der Tat

Gut dran wer keine Ahnung hat“.

„In jedem Stab macht jemand Schwung

Durch den Nachtrag zur Berichtigung“.

„In jedem Stab manch Lorbeerkranz

Gewunden wird aus Firlefanz“.

„In jedem Stab passt man sich an

Weil man den Stab nicht ändern kann“.

Die Quaktrosen all urban,

Waren ziemlich angetan

Von dem was ihnen notgedrungen,

Der Quakiral hat vorgesungen.

Sie ließen eine Buddel kreisen

Um ihre Phantasie zu speisen.

Ein Breitmaulfrosch bot ganz spontan

Dem Admiral ein Schlückchen an.

Der zierte sich am Anfang zwar;

Doch dann nahm er die Flasche wahr.

Als er sie am Halse hatte,

Ohne lange Vordebatte,

Quakte Pelusius intim

Loyal und kameradschaftlich zu ihm:

„Ach Quakiral von Weitegosch

Sie sind der allerbeste Frosch“,

Doch er sprach den Satz im Spotte,

„Welchen hatte je die Flotte“!

Die andern grölten laut „Hurra“

Als dies an Oberdeck geschah.

Die Buddel noch in seiner Hand

Der Admiral vor ihnen stand.

Die Crew hatte ihn aufgenommen.

So ist es dann dazu gekommen,

Dass Polyphemus kumpelhaft

Sich dazu hat aufgerafft.

Er bot dem neuen Saufkumpan

Nebst Rum jetzt auch das Du noch an.

Mancher Matrose kollegial

Drückte die Hand dem Admiral.

Alle haben ohn‘ zu unken,

Brüderschaft mit ihm getrunken.

Danach ging es froh und heiter

Mit dem Sängerwettstreit weiter.

Der Quakiral, schon halb im Tran

Schrie: „Kumpels ihr seid wieder dran“.

Polyphemus fasste sich ein Herz

Und fuhr fort im Sängerstreit.

Grölend laut und voll in Terz,

Denn auch er war bereits breit,

Trug er dem berauschten Korps,

Die nächsten Nonsens-Reime vor:

„Auf jedem Schiff in der Kombüse

Kocht man aus Dosen Frischgemüse“.

„Auf jedem Schiff ganz unverblümt

Sich ein Schwarzfuß Heizer rühmt“.

„Auf jedem Schiff es mal passiert

Dass im Revier einer saniert“.

„Auf jedem Schiff die Messinghutzen

Sind gemacht zum Messing putzen“.

„Auf jedem Schiff, meist im Geschütze

Sitzt einer mit `ner Kruppstahlmütze“.

„Auf jedem Schiff im Spind-Gewirr

Sucht einer mal sein Backs-Geschirr“.

„Auf jedem Schiff gibt’s ein Malheur

Wenn der Koch spielt den Friseur“.

„Auf jedem Schiff beim Mützenschwenken

Kann man sich schnell den Arm ausrenken“.

„Auf jedem Schiff nach Seemannsart

Wer raucht und zecht den Zoll sich spart“.

„Auf jedem Schiff schon früh beim Locken

Gibt’s Wecker die solche Sprüche kloppen

Wie sie uns Weitegosch der Admiral

Vom Stabe vorträgt gleich nochmal“.

Der Quakiral, so animiert

Hat sein Gedächtnis aktiviert.

Dann legte er höchst grandios

Und stimmgewaltig wieder los:

„In jedem Stab zur Mittagsstunde

Klopft man Skat in trauter Runde“.

„In jedem Stab am Lohnzahltage

Bekommt einer Lohn der andre Gage“.

„In jedem Stab wälzt man Probleme

Die es nicht gibt bis ins Extreme“.

„In jedem Stab gilt es als Segen

Wenn kurvenreich sind die Kollegen“.

„In jedem Stab kommt es mal vor

Dass einer schreibt was rein Dekor“.

„In jedem Stab liest man bisweilen

Den falschen Text sich aus den Zeilen“.

„In jedem Stab erwacht spontan

Wer eingenickt war momentan“.

„In jedem Stab grünt es und sprießt

Weil täglich man die Blumen gießt“.

„In jedem Stab weil sie ihm peinlich

Macht einer seine Arbeit heimlich“.

„In jedem Stab sich profiliert

Wer den Stabsdienst hat studiert“.

Der Rum tat auch beim Admiral

Seine Wirkung. Ziemlich locker

Besang den Stabsdienst er banal.

Da er selbst ein Stubenhocker

War er dem Stabsdienst zugetan.

Er fügte die nächsten Strophen an

Sodass so manchem Frosch an Deck

Staunend blieb die Luft schier weg.

„In jedem Stab boxt sich nach oben

Ein Laumann mit den Ellenbogen“.

„In jedem Stab ganz ungeniert

Wird alte Taktik neu kreiert“.

„In jedem Stab Profil zeigt wer

Systembewusst nimmt nichts mehr schwer“.

„In jedem Stab das Salz in der Suppe

Ist einer welcher kennt die Truppe“.

„In jedem Stab den Dienst nimmt leicht

Wer weiß dass man dort nichts erreicht“.

„In jedem Stab der gleiche Reigen

Auf große Worte folgt stets Schweigen“.

„In einem Stab gar wohl sich fühlt

Wer gern in alten Akten wühlt“.

„In jedem Stab im Tageslauf

Steht man vom Schreibtisch zweimal auf“.

„In jedem Stab des Dienstes Bürde

Ist zu ertragen ihn mit Würde“.

„In jedem Stab kennt man das Wort

Ich war auch schon mal an Bord“.

„Zwanzig Sprüche, kolossal,

Dein Wissen ist phänomenal“

Hat Gernquak den Admiral gelobt.

Dann sang er selbst gesangerprobt,

Die nächsten zwanzig Strophen vor.

Alle liehen ihm ihr Ohr

Als sein glorreicher Gesang

Nun an Oberdeck erklang:

„Auf jedem Schiff gilt als verrückt

Wer sich vom Reinschiff nicht drückt“.

„Auf jedem Schiff von Zeit zu Zeit

Zur Musterung kommt einer breit“.

„Auf jedem Schiff solang es schwimmt

Man ab und zu `ne Peilung nimmt“.

„Auf jedem Schiff weitab vom Strand

Ist einer gedanklich schon an Land“.

„Auf jedem Schiff gilt die Philosophie

Sei freundlich zum IO und reize ihn nie“.

„Auf jedem Schiff in mancher Kammer

Hat morgens einer Katzenjammer“.

„Auf jedem Schiff geht mal was scheel

Belegt man einfach den Befehl“.

„Auf jedem Schiff pausenlos ruft die Pflicht

Drum schläft man am besten dann hört man sie nicht“.

„Auf jedem Schiff ganz ohne Norm

Gibt blaues Tuch dem Seemann Form“.

„Auf jedem Schiff in der OPZ gibt’s ein Ding

Das hat nicht viel Wert doch es macht so schön ping“.

„Auf jedem Schiff, Titel versprechen stets Glanz

Drum ruft man nicht Büttel sondern Postordonanz“.

„Auf jedem Schiff das ist ja wohl logisch

Liebt heiß man das Meer nur, alles andre platonisch“.

„Auf jedem Schiff zeigt hin und wieder

Die Ankerkette auf und nieder“.

„Auf jedem Schiff wer Wache geht

Nachts fröhlich stets vom Bett aufsteht“.

„Auf jedem Schiff das pflügt durch die See

Ist’s windig in Luv und ruhiger in Lee“.

„Auf jedem Schiff des Rasmus Zorn

Trifft besonders hart das Deck ganz vorn“.

„Auf jedem Schiff im vorderen Drittel

Hängt an `ner Kette zum Ankern ein Mittel“.

„Auf jedem Schiff an er Brücke zumeist

Steht dran zu lesen wie es heißt“.

Wieder Beifall, ziemlich laut;

Nachdem er war dann abgeflaut

Sprach Dreckshäuser der Stabsbootsmann

Zum Quakiral: „Du bist nun dran.

Ich hoffe dir fällt noch was ein.

Wenn nicht, dann lässt du’s eben sein“.

Der Admiral wollt grad beginnen

Um den Wettstreit zu gewinnen,

Die nächsten Strophen vorzutragen.

Da hörte er den Käpten klagen:

„Verflucht nochmal, seit kurz nach zwei

Singt ihr schon, gleich ist es drei.

Was soll der Unsinn, sagt es mir“.

Und auch der Erste Offizier

An seiner Seite zornig sprach:

„Macht endlich Schluss mit diesem Krach

Sonst platzt am End mir noch der Kragen.

Ich möchte es nicht nochmal sagen.

Was soll der Admiral denn denken?

Nie wieder wird er uns beschenken

Mit Kaffee, Freizeit und mit Kuchen.

Ihr solltet lieber mal versuchen

Euch ein bisschen auszuruh‘n

Als solchen Unsinn hier zu tun.

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In der nächsten Folge steht

Wie an Bord es weitergeht

wird fortgesetzt

Montag, 20. Juni 2011

Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 8 – 15

Die heroische Schlacht 3. Tag


r wollt

grad unter Deck verschwinden

Als die Freveltat geschah.

Auch dem Matrosen ging es nah!

Eine Mücke, frech und gerissen,

Hatte frisch an Deck geschissen.

Die ganze Arbeit für die Katz.

Der Quakitän machte Rabatz

Als er die Sache ebenda

Auf seinem schönen Schiffe sah.

„Verflucht nochmal“ schrie er empört

Und zeigte auf den Haufen Dreck.

Die Mücke hat es nicht gestört.

Sie schiss ein zweites Mal an Deck.

Der Kapitän brüllte im Zorn:

„Das Ganze noch einmal von vorn,

Ich werde euch lehren Reinlichkeit“

Gab der Besatzung er Bescheid.

Wir hängen dran noch eine Stunde;

Dann mach ich wieder meine Runde.

Und wehe euch, ich find noch was,

So wie hier den Fliegenschiss,

Dann hört sich auf an Bord der Spaß,

Dann ist euch Rollenschwof gewiss

So wie an Bord von der „Gorch Fock“.

Ich vertreib euch die null-Bock-

Mentalität, die euch ist eigen.

Ich werd‘, was Seefahrt heißt, euch zeigen“!

So wurd erneut damit begonnen:

Farbe waschen, Decke fegen,

Der Krieg wurd so zwar nicht gewonnen

Aber verloren beinah deswegen.

Denn als der Ausguck schrie „oh Mann,

Die greifen aus der Luft uns an“

War alles auf Reinschiffstation.

Die Fledermaus- Fremdenlegion

Hatte leichtes Spiel. Zwei Luftangriffe

Kosteten der Flotte sieben Schiffe.

Viel zu spät ward reagiert.

Die Flotte war erneut blamiert.

Dann hieß es „auf Gefechtsstation“.

Bereits beim vierten Angriff schon

Wurd eine Flugmaus abgeschossen.

Im Wasser die Frösche mittels Flossen,

Versuchten die Mäus zu attackieren

Um ihre Zahl zu reduzieren.

Ein Froschmann, der aus Aurich kam,

Pogg Grünkohlgasides mit Nam‘,

Griff einer Maus ins Seitenruder.

Da stürzte ab des Flederluder.

Die Frösche schrien laut „hurra“.

Da waren die nächsten zwei schon da.

Ihnen erging es ebenso.

Was war der Admiral da froh!

Den Angriff tapfer abgewehrt;

Das war ihm ein paar Orden wert.

Auf dass es nicht vergessen wird,

Hat er die Helden dekoriert.

Tapferkeit vorm Feinde; alle

Erhielten die Medaille

Für Todesmut und Heldentum.

Allen hängte er sie um.

Dabei, der Sache angemessen,

Sprach er: „Die Tat bleibt unvergessen.

Bis in jedes Fürstentum

Wird gelangen unser Ruhm.

Pausbacks Dank ist uns gewiss.

Wer derart mutig beim Kommiss,

Wie wir, nachdem manch Schiff versenkt,

Im Wasser noch ans kämpfen denkt,

Dem gebührt für seine Tat

Die Anerkennung durch den Staat.

Das Volk wird es uns honorieren

Wenn wir zu Hause paradieren.

Bei der Siegesparade morgen dann

Schließt sicher noch manche Ehrung an.

Dass auch ich das honoriere,

So wie hier alle Offiziere,

Sollt ihr nun erkennen dran,

Dass Seemannssonntag ich setz an.

Kuchen auf die Back, bis vier

Wollen gemeinsam feiern wir“.

Nach eingeübtem Ritual

Bracht‘ man auf den Admiral

Einen Hochruf aus „Hurra“;

Was dieser hörte gern und sah.

Zwei Stunden Freizeit; nicht sehr lang.

Mit Kuchen Kaffee und Gesang

Verbrachte man die schöne Zeit

Und mit einem Singwettstreit:

Irgendeiner, irgendwann.

Stimmte den alten Shanty an.

„Auf jedem Schiff, das dampft und segelt

Ist einer der den Dienstplan regelt“

Diese Doppelverszeile bezieht sich auf einen alten marineüblichen

Weckruf, der ursprünglich jedoch den folgenden Reim nannte:

„ist einer der die Waschfrau vögelt“

Die Marinesoldaten kennen unzählige dieser zum Teil ziemlich

obszönen Weckrufreime die wir hier aber nicht einfügen werden.

Die Froschkameraden im Refrain

Sangen das „Fidiquaquaqua“

Nach der Vogelhochzeits-Melodie

Denn diese kannten all‘samt sie.

Der Ober-Maat Korax vom Laich

Sang die ersten Strophen gleich

In seinem höchsten Quak-Sopran

Fing fröhlich er zu singen an.

„Ein jedes Schiff, selbst die Gorch Fock

Muss zu Trocknen mal ins Dock“.

„Auf jedem Schiff, als kranker Mann,

Gilt wer am Tag nicht schlafen kann“.

„Auf jedem Schiff mit Wohnkultur

Wohnt man wie sonst bei Hempels nur“.

„Auf jedem Schiff gibt’s einem Mann,

Der Backbord rot behalten kann“.

Alle strengten sich nun an.

Ein jeder einen Vers ersann.

Krottig Krotte kannte drei

Sprüche mir Refrain dabei.

„Auf jedem Schiff herrscht dicke Luft

Wenn einer laut wir sinken ruft“.

„Auf jedem Schiff, selbst wenn es leckt,

Ist einer der den Kurs absteckt“.

„Auf manchem Schiff, ganz unverfroren,

Wird ein bisschen Öl verloren“.

Morax Moorig mit Humor,

Sang die nächsten Strophen vor.

„Auf einem Schiff kommt man nicht weit,

Wenn dieses Kiel nach oben treibt“.

„Auf manchem Schiff im Kabelgatt,

Ruht einer auf den Kabeln matt“.

„Auf jedem Schiff kennt man die Riemen,

Die zum Kutterpullen dienen“.

"Auf jedem Schiff der Relingzaun

Ist halbhoch nur zum Drüberschaun“.

Auch Moquartz Moorlieb kannte vier

Die er nun vortrug mit Pläsier.

„Auf jedem Schiff, das ist kein Fez,

Recht achteraus liegt achtzehn Dez“.

„Auf jedem Schiff die alte Leier

Der beste Seemann ist ein Bayer“.

„Auf jedem Schiff, das krängt und giert

Lernt man schwitzend, wie man friert“.

„Auf jedem Schiff die Außenhaut

Ist ringsherum um Mief gebaut“.

Ein jeder Frosch kam an die Reihe,

Paulquapp Matschke wusste dreie.

„Auf jedem Schiff, seit Magellan

Gibt’s einen der nicht schwimmen kann“.

„Auf jedem Schiff im Wellental

Geht es auch aufwärts wieder mal“.

„Auf jedem Schiff, in alter Frische,

Füttert einer mal die Fische“.

Als nächster in der Runde dann

War Moorquax Phyllobates dran.

Wie immer hat er übertrieben.

Ganz alleine sang er sieben.

„Auf jedem Schiff die größte Wonne

Ist ein Päuschen in der Sonne“.

„Auf jedem Schiff da weiß man wie

Man den Wind nutzt beim Pipi“.

„Auf Jedem Schiff schon vor acht Glasen

Die Männer träg zur Arbeit rasen“.

„Auf jedem Schiff da gibt es Messen,

Dort kann man trinken doch auch essen“.

„Auf jedem Schiff, des Seemanns Liebe

Gilt der Frikadellenschmiede“.

„Auf jedem Schiff, das ist halt so,

Wer seekrank spuckt, der schont den Po“.

„Auf unserm Schiff, beinah zu Grabe

Bringt uns der Admiral vom Stabe“.

Der letzte Spruch der hatte allen

Fröschen an Oberdeck gefallen.

Der Admiral, der ihn gehört,

Hat sich nicht daran gestört.

Man staunte, ganz im Gegenteil,

Nun bot er selbst, er hatt‘ die Gabe,

Lauthals grölend Sprüche feil,

Welche handelten vom Stabe.

„In jedem Stab wird laut gelacht

Wenn einer wieder Bockmist macht“.

„In jedem Stab, das ist bekannt,

Wäscht eine stets die andre Hand“.

„In jedem Stab dort ändert man

Fast alles was man ändern kann“.

„In jedem Stab der letzte Schrei

Ertönt am Freitag kurz vor zwei“.

„In jedem Stab wird diskutiert

Ob sich die Truppe noch rentiert“.

„In jedem Stab man lang bespricht

Was man dort tut und auch was nicht“.

„In jedem Stab, was man dort treibt

Den meisten ein Geheimnis bleibt“.

„In jedem Stab als Spezialist

Gilt wer beim Stab schon länger ist“.

„In jedem Stab ist man entzückt

Von dem der sich am tiefsten bückt“.

„In jedem Stab der Pessimist

Sieht das Problem wo es nicht ist“.

Was der Admiral sang laut

Hatte ihm keiner zugetraut.

Die Besatzung rief „Hurra“

Und grölte das Fidi qua qua qau.

Das hat den Admiral gefreut

Und so fuhr er fort erneut.

„In jedem Stab wird diskutiert

Was anderswo kaum interessiert“.

„In jedem Stab kommt der nach oben,

Der es versteht sich selbst zu loben“.

„In jedem Stab der alte Schnee,

Wer A sagt nur sagt niemals B“.

„In jedem Stab, was man dort treibt,

Das nennt man listig Stabsarbeit“.

„In jedem Stab man schreibt und knüllt

Papier das dann den Korb schön füllt“.

„In jedem Stab gilt als perfekt

Wer seine Fehler gut versteckt“.

„In jedem Stab schreibt ohne Grund

Sich mancher seine Finger wund“.

„In jedem Stab es sich bewährt

Wenn man ein bisschen Fahrrad fährt“.

„In jedem Stab so mancher Rücken

Wird krumm vom Sitzen und vom Bücken“.

„In jedem Stab Papier man macht

Damit die Truppe auch mal lacht“.

Die Truppe lachte, was vom Stab

Der Admiral da von sich gab

Hat erheitert die Matrosen.

Der Refrain im Beifalltosen

Ist abrupt jedoch erstickt

Als Quakestolz warf ein geschickt:

„Herr Admiral, wir singen weiter.

Lasst prüfen uns, wer ist gescheiter.

Wem zuerst fällt nichts mehr ein,

Der soll am End Verlierer sein“.

„Einverstanden Kameraden“

Sprach der Admiral nur knapp.

„Lasst uns beginnen in Dekaden.

Sicher macht ihr vor mir schlapp“.

Als erster sang vom Seemannschor

Quaki Quick von Quakador.

„Auf jedem Schiff, des Nachts noch spät,

Träumt einer was an Land er tät“.

„Auf jedem Schiff im Wellengetose

Killt nebst dem Segel auch manch Hose“.

„Auf jedem Schiff, wer’s glaubt liegt schief,

Parfüm riecht so wie warmer Mief“.

„Auf jedem Schiff das etwas größer

Ist ein Offizier der Flößer“.

„Auf jedem Schiff, des Käpten Ruhm

Sät stets die Crew mit ihrem Tun“.

„Auf jedem Schiff, die Moral ist gut

So lang an Bord ein guter Smut“.

„Auf jedem Schiff, hoch in den Wanten,

Turnt einer rum mit Käsequanten“.

„Auf jedem Schiff, besonders auf grauen,

Gibt’s Leute die gern Türken bauen“.

„Auf jedem Schiff im Kartenhaus

Kennt einer sich mit Karten aus“.

„Auf jedem Schiff im Jadebusen

Träumt einer schon vom Einlaufschmusen“.

Nachdem war der Refrain verklungen

Hat der Admiral gesungen.

Er sang gar fröhlich oh’n Gehabe,

Was er erlebt hatte beim Stabe.

„In jedem Stab man sich gern beugt

Auch wenn man längst nicht überzeugt“.

„In jedem Stabe lässt man schlendern

Was man nicht vermag zu ändern“.

„Im Stabe Spezialist sich nennt

Wer Probleme löst, die er nicht kennt“.

„In jedem Stab zieht stets ein Duft

Von Tee und Kaffee durch die Luft“.

„Wer im Stabe ist zu fleißig

Dem rast der Puls hinauf auf dreißig“.

„In jedem Stab, still irgendwo,

Liest einer Zeitung im Büro“.

„In jedem Stab den Dienst genießt,

Wer rechtzeitig den Schreibtisch schließt“.

„In jedem Stab, so manches Werk

Durchkreuzt ein Rotstift mit Vermerk“.

„In jedem Stab zum Stabsdienstton

Gehört ein bisschen Illusion“.

„In jedem Stab als erste Pflicht

Gilt; stell Dich stets ins rechte Licht“.

Die Frösche grölten, „Herr Admiral,

Ihr Wissen ist ja kolossal.

Doch schon sang Quäker Tricolor

Die nächsten Seefahrt-Strophen vor.

„Auf jedem Schiff, vom Rum noch benommen

Hat einer was er gar nicht wollt bekommen“.

„Auf jedem Schiff das größte Glück

Ist wenn es kommt von See zurück“.

„Auf jedem Schiff betroffen schweigt

Stets der, dem man den Daumen zeigt“.

„Auf jedem Schiff, sogar beim Bund,

Sind die Kugelschotten rund“.

„Auf jedem Schiff ein voller Magen

Lässt sich am besten liegend tragen“.

„Auf jedem Schiff der Grünspan blüht

Auf Messing, dass man ihn auch sieht“.

„Auf jedem Schiff nebst goldener Litze

Hat mancher noch was an der Mütze“.

„Auf jedem Schiff, du meine Güte,

Da tut sich was in der Kajüte“.

„Auf jedem Schiff die Kameraden

Sind jene die grad Backschaft haben“.

„Auf jedem Schiff fern von zu Haus

Trinkt einer mal ein Fläschchen aus“.

Da es so gut hat funktioniert,

Hat Quäker weiter komponiert

Und fügte im Stehgreif ganz spontan

Noch zehn weitere Strophen an.

„Auf jedem Schiff recht wohlgenährt

Ist der, der die Proviantlast fährt“.

„Auf jedem Schiff, meistens auf der Brücke

Übt man auf der Heimfahrt treue Blicke“.

„Auf jedem Schiffe sieht man sie stehen

Die Männer die Potacken drehen“.

„Auf jedem Schiff, mit forschem Schritt

Mal einer in die Farbe tritt“.

„Auf jedem Schiff, das defekt bleibt mal liegen

Wartet man vergebens auf die Leute die schieben“.

„Auf jedem Schiff fernab der Küste

Ist einer der an Land mal müsste“.

„Auf jedem Schiff das überladen

Geht die Freibordmarke baden“.

„Auf jedem Schiff das schwimmt und schwabbelt

Gibt’s einen der nur dämlich sabbelt“.

„Auf jedem Schiff ganz unerschüttert

Gibt’s einen der das Kielschwein füttert“.

„Auf keinem Schiff das voll gekentert

Gibt’s jemand der den Mast noch entert“.

Der Admiral, voll konzentriert,

Auf dass er sich nicht noch blamiert,

Fuhr nun fort mit Dichtergabe

Und sang zehn Singverse vom Stabe.

-Die Texte waren sehr fatal.

Mehr davon das nächste Mal-

-----

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.