Dienstag, 27. September 2011

Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 8 – 42

Ganz normaler Krieg


ebetet

wurde, apropos

In der Schlacht auch anderswo.

Krotter mit gekreuzten Flossen,

Hatte dazu sich entschlossen.

Er dacht bei sich, „es kann nicht schaden

Einen Gott als Kameraden

Im Feld wie Ares kampfbeflissen,

Als Helfer hinter sich zu wissen“.

Drum hat von Zeus er per Gebet

Dessen Beistand sich erfleht.

So wie Achill im Herzen bang

Mehr als zwanzig Verse lang

( Ilias 16/ 230 ff )

Bei Homer zum Himmel flehte

Und Wein Zeus spendend zum Gebete,

So wandte sich der Frosch-Filou

Am Schlachtfeldrand den Göttern zu.

„Steh mir bei mit Donnerhitze;

Schleud’re deine Feuerblitze ,

Nicht auf uns“ so bat er Zeus.

„Ziele damit auf die Mäus‘.

Halt das zottige Ziegenfell,

Die Ägis schützend immer schnell

Wenn ich bin einmal in Not

Weil mich ich eine Maus bedroht

Über mich damit im Streit

Ich vor Verletzung bin gefeit.

Sende Hagel, Sturm und Regen

Dem geschwänzten Volk entgegen.

Öffne alle Himmelsschleusen,

Dass den gottverdammten Mäusen

Das Wasser in die Löcher läuft

Und sie allesamt ersäuft.

Steh uns bei Pelasgikos;

Dodonaios, Idaios,

( Zeus- Namen gem. Archäologie Homerica Band III, Kapitel V, Seite 80 )

Schleud’re deinen Blitze-Speer

Mitten hinein ins Mäuseheer.

Wolkenversammler steh‘ uns bei,

Befrei‘ uns von der Tyrannei

Die unser Land hat heimgesucht.

Der Mäusekönig sei verflucht.

Schick hellleuchtend ihm vom Göttersitz

Glühend herunter einen Blitz;

Verseng ihm seine pelzbehaarte

Grau geschwänzte Mäuseschwarte;

Ich bitt dich nochmals, uns zum Heil,

Schwing endlich deinen Donnerkeil.

Wirf einen Blitz in jedes Loch.

Befrei uns von dem Mäusejoch“.

Siehe da, auf seinem Thron

Griff zum Blitz Gott Kronion.

Mir langem Armzug zielte er.

Hellumglänzt der Zickzack-Speer

Fuhr donnernd aus der Götterhand

Und traf wo just versunken im Gebete

Am Teichrand Krottner grad noch stand.

Als der Schwefeldampf verwehte

Blieb ein Häuflein Asche nur.

Vom Frosche fehlte jede Spur.

Zeus hatte aufgrund des Wahlkampfs oben

Nicht viel mehr Zeit sich auszutoben.

Er hatte donnernd wohlbedacht,

Nur einmal kurz noch losgekracht

Um ein paar Stimmen zu gewinnen.

Damit die Götter sich besinnen

Und nicht am End‘ den Außenseiter

Wählen gar als Blitzableiter,

(So wie es in Schlicktau ebenda

Anno Domino zweitausendelf geschah).

Mit kurzem Donner-Blitz-Ausbruch

Wollte er seinen Machtanspruch

Bei den Wählern seinesgleichen

Noch einmal deutlich unterstreichen.

„Er versucht uns einzuschüchtern“

Dachte Apollo kühl und nüchtern.

Doch er hatte keine Zeit

Den Gedanken fortzuführen.

Ein Mauser klagte ihm sein Leid.

„Smintheus du musst es doch spüren;

Ganz Mausulina leidet Not.

Die halbe Mausheit ist bedroht

Von König Pausbacks Froscharmee

Die aufmarschiert ist schon am See“.

So klagte Brosamenschmauser laut.

„Mein Gott Apoll, rett‘ unsre Haut.

Steh uns bei in diesem Kriege.

Führ endlich unser Volk zum Siege;

Wir halten das nicht länger aus“.

So flehte weinerlich die Maus

Und sie fügte bittend dann

Einen Nachsatz auch noch an:

„Smintheus, du weißt wie sehr

Ich persönlich dich verehr;

Du bleibst in meiner Religion,

Wenn du mir hilfst, die Hauptperson;

Ich zieh dich deinem Vater vor;

Drum bitt ich dich, leih mir dein Ohr;

Erhöre mich so gut es geht;

Dein Name, der für Feldmaus steht,

Sei ihm würdig Smitheus;

Mach endlich mit den Fröschen Schluss.

Seuchenbringer hör mir zu:

(Anderer Name für Apollo-Smintheus gem.

E. Townsend Götterkult V/88)

Lande endlich einen Coup.

Stehe bei dem Volk der Nager.

Schick die Pest ins Hetschen-Lager.

Mach es wie du es human

Hast vor Troja einst getan.

Sende als göttlichen Protest

Für alle ihre Grausamkeiten

Ihrem Volk die Beulenpest.

Vom Feldherrn bis zum Frosch-Gefreiten

Sollen sie allesamt verderben.

Lass sie an der Seuche sterben.

Lass nicht zu, dass die feigen Kröten

Im Kriege weiter Mäuse töten.

Denk dran, du trägst unsern Namen.

So hilf uns doch Apollo; Amen“.

Von Brosamenschmauser dazu bewogen

Spannte Hekatebolos den Bogen.

Des Fernhintreffers flinker Pfeil

Brachte der Maus das Seelenheil.

Nie wieder sprach sie so konkret

Zu Phoibos Loxias ein Gebet.

Sie war erstaunt; Zutiefst getroffen

Muss sie im Hades darauf hoffen,

Dass das Dreier-Gremium

Sie durchwinkt ins Elysium.

Die dortige Gerichtsbarkeit,

Das ist bekannt, nimmt sich viel Zeit.

Die drei sind in der Unterwelt

Zwar kündigungssicher angestellt,

Doch schlecht bezahlt und motiviert,

Sind sie kaum dran interessiert,

Den Seelen den so mannigfachen

Dort unten den Prozess zu machen.

„So lange sie bei uns noch schmoren

Sind Mäuse-Seelen nicht verloren“,

Grinste Radamantys stur.

„Feuer ist die beste Kur

Für Seelen, da kenn ich mich aus;

Das brennt die Sünden all heraus“.

Minos lachte: „lass sie brennen,

Dann lernen sie den Hades kennen;

Hier werden alle Seelen rein

So wie’s im Elysium soll sein“.

Aiakos sprach: „Nach Aktenlage

Dauert es noch zehntausend Jahre und drei Tage

Bis der Prozess beginnen kann“!

Ob Brosamenschmauser ihn gewann

Könnte, nach allen diesen Tagen,

Minos der Oberrichter sagen.

Auf dem Schlachtfeld unterdessen

Lagen anders die Interessen.

Da wurd in Sachen Völkerschlacht

In kürzeren Zeiträumen gedacht.

„Time ist money“ „ Zeit ist Geld“,

Hat König Pausback festgestellt.

Er ließ die Offiziere kommen.

Die hat er sich zur Brust genommen.

„Drei Tage dauert schon die Schlacht.

Wenn ihr wie bisher weitermacht,

Schick ich euch all ins Mausland rüber“!

„Dort ist die Lage noch viel trüber“

Hakte der Feldmarschall drauf ein:

„Du solltest dankbar dafür sein,

Dass wir immer noch marschieren“!

„Wenn wir den Krieg am End verlieren“,

Erwiderte der König drauf:

„Erschieß ich dich und häng dich auf“!

„Warum geht es denn nicht voran“?

Erkundigte er sich sodann.

Der Feldmarschall sprach: „Majestät,

Es ist erst fünf, noch nicht zu spät.

Wenn ich die Reservisten kriege

Dann bin ich sicher, dass ich siege“.

Dann wies er Pausback in die Lage

Genauestens ein: „Der Mäuseplage

Wird noch heut ein End gemacht:

Ich schätze etwa gegen acht.

Ich gebe dir mein Ehrenwort,

Erschein bei Hof ich zum Rapport

Um Dir von meinen tapferen Helden

Den Sieg in diesem Krieg zu melden.

Doch nun mein König bitt ich dich,

Sei auch du so ritterlich

Und beweise deinen Mut

Wie es ein jeder von uns tut.

Als Herrscher und Kriegsherr solltest du

Den Helden die für Dich ihr Leben

Im Kriege tapfer kämpfend geben,

Ein Vorbild sein und ab und zu

Ganz vorne deinen Mann mal stehen.

Deine Soldaten wollen sehen

Dass auch der König Mumm zur Tat

An der Front persönlich hat“!

Da schwang sich Pausback auf sein Ross.

Auf dem Weg zu seinem Schloss

Bewarf er eine Maus mit Schlamm

Weil die dort faul im Wasser schwamm.

So wie Achill auf Hektor fluchte

Bevor er ihn zum Kampf ersuchte,

Beschimpfte Pausback nun die Leiche

Die vor ihm trieb in seinem Teiche.

Gefiederte Worte gar verwegen

Warf er der toten Maus entgegen.

Alle Flüche die er kannte

Er gar tapfer dabei nannte.

„Du wirst dem Schicksal nicht entgehen.

Ich bring dich um, du wirst es sehen.

Du geschwänzte feige Maus,

Komm endlich aus dem See heraus

Denn der Teich ist mein Revier.

Du verdammtes Nagetier,

Wehre dich, komm endlich her.

Dann schleuderte zornig er den Speer.

Der traf zwar nicht, doch keine Not.

Die Maus war ja schon lange tot.

Der König dachte: „Die ist hin“

Und ritt davon mit frohem Sinn.

„Das nenn ich Mut“ sprach er zu sich

„Heldenhaft und königlich;

Das macht mir keiner so schnell nach;

Was bin ich für ein König; Ach

Könnte Moriam mich sehen;

Ihr würden die Augen übergehen

Vor Stolz auf ihren tapf’ren Sohn“.

So ritt er heimwärts schnell zum Thron.

Er hatte seine Pflicht spontan

Wie selten zuvor ein Rex getan.

Er dachte froh: „Nach diesem Streit

Brauch ich erst mal `ne Kleinigkeit

Zum Essen. Ein paar nette Mücken

Werde ich daheim verdrücken,

Dazu ein Gläschen Fliegensaft.

Das gibt mir neun Mut und Kraft.

Danach werd‘ mit Teichhilde ich

Ein wenig amüsieren mich“.

Doch es sollte anders kommen

Als er es sich vorgenommen.

Zwei Mäuse hatten ihn entdeckt.

Schnell hat er sich im Schilf versteckt.

Dort blieb er dann aus gutem Grunde

Eine gute halbe Stunde.

Bei seiner Flucht ins Rohr hinein

Vertrat er sich ein Vorderbein.

Er hatte Glück, zwei Schranzen kamen

Die ihn mit zum Hofe nahmen.

Dort lag er vor dem Feinde bang

Total erschöpft im Bett noch lang.

Während der König ward bei Hofe

Aufgepäppelt von der Zofe

Die lange ist bei ihm gewesen,

Allmählich wieder ist genesen,

Haben die Krieger brav im Feld

Mutig sich dem Feind gestellt.

Butterwecker, des Königs Knecht

Aus dem Mauseschwanz-Geschlecht

Stellte sich mit Schild und Degen

Dem Wassertreter keck entgegen.

Wie Diomedes seine Waffen

Von Hephaistos ihm geschaffen,

Mit Glaukos tauschte, so trug er

Den Schild des Königs vor sich her.

„Mausulina, Brotnager, Rex“

Stand tief ins pure Gold getrieben

Deutlich darauf aufgeschrieben.

Wassertreter war perplex.

Er dachte, dass sein Gegenüber

Der König wär‘ und schrie hinüber:

„Ergib dich schnell Troxartes weil

Dir sonst die Lanze wie ein Pfeil

In dein dreckiges Gedärm eindringt

Und dir Schmerz und Unheil bringt.

Und dann holte er schon aus

Mit der Lanze Richtung Maus.

Doch es sollte anders kommen

Als er es sich vorgenommen.

Die Lanze blieb im Achtschild stecken.

Als er die Maus wollt niederstrecken

Mutig mit der Streitaxt da…

Das Unfassbare dann geschah!

Butterwecker des Königs Knecht

Schlug zurück, zornig zu Recht.

Sein Schwert traf Wassertreters Arm.

Der fiel zu Boden samt dem Beil.

Ansonsten blieb der Frosch zwar heil

Doch aus dem Armstumpf spritzte warm

Das Blut heraus. „Nun wird es Zeit,

Dass wir beenden unsern Streit“

Sprach er zum Gegner. Der jedoch

Wollte weiterkämpfen noch.

Er war gerad so schön in Fahrt

Und Gnade war nicht seine Art.

Zornig warf er seinen Speer

Dem Schwerverletzten hinterher.

Er zielte auf den Hintern: Schade

Getroffen hat er nur die Wade.

Wassertreter knickte ein.

Mit dem Speer im Hinterbein

Lag er schreiend nun im Moor.

Der Gegner zog sein Schwert hervor

Und schlug noch einmal auf ihn ein.

„Das wird wohl mein Ende sein“

Dachte Wassertreter. Dann

Viel, viel später irgendwann

Wurde er wach. Halb tot geschunden

Hatte Broasca ihn gefunden.

Splitternackt lag er im Dreck.

Rock und Waffen waren weg.

Nur die Schmerzen von den Hieben

Waren dem Frosche noch geblieben.

Broasca brachte den Versehrten,

Endgültig vom Krieg bekehrten

Wassertreter, welch ein Glück,

Lebend heim zur Frau zurück.

Die pflegte dann den armen Hund

Liebevoll wieder gesund.

Heut kann man ihn in Froschheim seh’n.

Er kann schon wieder aufrecht steh’n!

Nicht jeder hatte es so gut,

Dass er wurd nach Haus gebracht.

Sammakko Quax mit zähem Mut

Hatte `ne Krücke sich gemacht

Als ihm des rechte Bein zerfetzt

Im Kriege wurde. Schwer verletzt

Nahm dazu er den Rohr-Lauf her

Von seinem Mauser-Schießgewehr.

Frosch Moorbold, den man in der Schlacht

Hatte um seinen Arm gebracht,

Sprach aufmunternd zum Kameraden:

„Ein Stabsarzt könnte jetzt nicht schaden;

Komm hoch, wir geh’n ins Lazarett

Und legen uns erst mal ins Bett.

Es gibt da heut die tollsten Sachen.

Er soll uns zwei Prothesen machen.

Vielleicht, wenn Zeit er hat und kann,

Näht Arm und Bein er wieder an.

Heute ist das durchaus möglich“

Sprach er vom Doktor weiter löblich.

„Zaba hat den Schniedelwurtz

Er gestern wieder angenäht.

Der ist zwar jetzt ein bisschen kurz

Doch dafür eine Rarität

Die sogar die ungestümen

Aga-Kröten daheim rühmen.

Allesamt die warzig schönen

Loben in den höchsten Tönen

Den Schweden welcher oh’n Gewähr

Behandelt ward beim Militär“.

„Du hast mich überredet“ sprach

Sammakko Quax und gleich danach

Schlug geschultert Arm und Bein

Man den Weg zum Doktor ein.

Sie wurden sofort operiert.

Der Stabsarzt hat gar routiniert,

Denn es war noch nicht zu spät,

Die Sachen wieder angenäht.

Nachdem Der Krieg dann war vorbei

Trafen sich daheim die zwei.

„Jetzt versteh ich, ohne Gewähr

Wird operiert beim Militär“

So grinsten sich die beiden an

Und umarmten sich spontan.

„So ist der Krieg“ sprach Zaba, „eben

Doch welch ein Glück, wir beide leben“!

Millionen and’rer, wack’rer Streiter

Kämpften indes noch immer weiter.

„Der Endsieg ist schon greifbar nah“

Quakte Ra zu Kastraca.

Die beiden grünen Kolonisten

Waren gottlob Zivilisten.

Sie sahen der Schlacht in aller Ruh

Lieber aus der Entfernung zu.

Ra sprach zum andern: „Schau mal dort

Trägt einer einen Toten fort.

Er muss gerad gefallen sein;

Er hat die Lanze noch im Bein.

Der arme Teufel tut mir leid;

Er hatte sicher sehr viel Schneid.

Ich glaub es ist ein Offizier.

Als wäre es ein Stück von mir

Fühl Trauer ich und tiefen Schmerz.

Mir wird ganz wehmütig ums Herz.

Wenn mich nicht alles täuscht ist es

Der Liebhaber der Baroness

Quappsi von Hüla Warzenreich

Der letzten Feuerunke im Reich.

Der schöne Frosch heißt Vollmondgucker.

Nun ist er hin der arme Schlucker

Und die Baroness zu Haus

Weint sich ihre Augen aus“.

Ach was“ quakte darauf Kastraca.

„Ich bin ja schließlich auch noch da.

Gleich noch heut geh ich zu ihr!

Wenn ich Quappsi kondolier

Vergisst sie sicher ihren Frust

Und weint sich aus an meiner Brust.

Wenn ihr Liebling dann im Grabe

Zugedeckt mit Erde liegt

Bin ich der nächste grüne Knabe

Auf den die Baronesse fliegt.

Aus den Augen, aus dem Sinn,

Vergisst den Toten sie geschwind

Das schönen, brave, gute Kind

Und wird meine Buhlerin“!

Ra lachte: „und der Herr Baron

Bekommt `nen neuen Schwiegersohn

Der mit allen Wassern, wie mir scheint

Gewaschen ist“; „Doch gut es meint“

Ergänzte Kastraca das Wort

Des Freundes und fuhr schwärmend fort.

„Sicher noch in diesem Jahr

Führ ich Hüla zum Altar.

Ich wohne im Palaste dann

Wo man recht gut leben kann.

Man wird mich adeln; schon am Kleide

Erkennt man mich. In purer Seide

Gehör‘ ich dann zur Hautevolee.

Das Hofleben wird mein Metier.

Ich schlafe in `nem Daunenbett

Und quak mit Hüla im Duett

Jeden Abend zum Konzert.

Ach was wird das lebenswert.

Zum Dinner gibt es Fliegenhappen.

Im Frühjahr wenn die ersten Quappen

In unserm See im Wasser schwimmen

Und für das Froschdasein sich trimmen,

Laden wir dich dann mal ein.

Du darfst der Patenonkel sein

Für alle unsre netten Gören.

Keine Angst, du wirst nicht stören;

Es wird lustig, glaub es mir;

Das versprech‘ ich heut‘ schon dir,

Denn Quappsi, nun du kennst sie ja,

Ist auch für meine Freunde da.

Ich freu mich heut schon wenn zu dritt“…

Da kam keuchend und mit schweren Schritt

Laut stöhnend von der Plackerei,

Der tapfere grüne Held vorbei.

„Gestatten“ sprach er: „Mückenschlucker“.

Der andre stöhnte “Vollmondgucker“

Und fuhr fort zum Freunde „mach, geschwind,

Meine Braut das brave Kind,

Quappsi Hüla Warzenreich

Macht Sorgen sich um mich am Teich.

Wenn ich nicht so wie jede Nacht

Bei ihr bin so um kurz vor acht

Wird sie vor Kummer schier vergehen.

Mit ihr zum Mond hinaufzusehen

Um mich mit ihr beim Schwimmen

Fürs Abendkonzert einzustimmen

Möcht ich, das solltest du doch wissen,

Auch als Kriegsversehrter nicht vermissen.

Also mach schon, bring mich heim

Es soll nicht dein Schaden sein.

Hüla wird dich reich belohnen.

Du darfst auch bei ihr wohnen“;

So quakte er gar aufgeregt

„Bis sie mich hat gesundgepflegt!

Mach zu, mein Freund, der Speer im Bein

Bereitet mir gar arge Pein“.

Dann wurde er, der Schmerz war groß,

Zum zweiten Mal besinnungslos.

Frosch Kastraca vor Wut ganz rot.

„Der blöde Kerl ist noch nicht tot“

Durchfuhr es ihn. Doch dann „na gut“

Dacht weiter er im Übermut;

„Da muss man sich halt engagieren

Und einer andern kondolieren“!

Was Kastraca hat noch gedacht

Und was er hat daraus gemacht,

Es ist wahrlich ein Skandal,

Berichte ich das nächste Mal.

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.