Dienstag, 17. Juli 2012

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 10 - 166
Märchenerzähler im Olymp

Beifall gab es und Applaus
Wie selten nur im hohen Haus.
Als es schließlich ruhiger wurd
Sprach der Phryger Dymas "hört,
(Ilias 16/718; Phryger, Vater des Asios und der Hekabe)
Die Geschichte war absurd.
Was mich an ihr besonders stört
Ist, dass der, der sie einst ausgeheckt
Erzählte sie im Dialekt.
Die Bayern wollen uns wohl zeigen,
Dass sie was ganz besond'res sind.
Doch weil sie zum Übertreiben neigen
Erzähle ich euch nun geschwind
Von andern Klugen Leuten die
Den Bayern gleichen irgendwie.


Das grüne Tier und der Naturkenner


Die Thadener zu Hanerau sind ausgewitzte Leute:
  Wär noch kein Pulver in der Welt, erfänden sie es heute!
    Allein, allein
   So wird es immer sein:
     Was man zum erstenmal ersicht,
       Kennt selber auch der Klügste nicht!
         Und – wie einmal die Thadner mähn,
         Sie einen grünen Frosch erspähn,
        So grüne, ja so grüne!
    So grüne war der liebe Frosch und blähte mit dem Kropfe,
     Den Thadnern fiel vor Schreck dabei die Mütze von dem Kopfe.
         Mit Beinen vier
        Ein grünes, grünes Tier!
           Das war für sie zu wunderlich,
               Zu neu und zu absunderlich!
             Da musste gleich der Schultheiß her,
               Sollt sagen, welch ein Tier das wär',
                Das grüne, ja das grüne!

           Das grüne Tier der Schultheiß sah, als einen Hupf es machte –
             Die Thadner wollten schon davon, da sprach der Alte: sachte!
             Lauft nicht davon,
                Es sitzt und ruhet schon.
              Seid still! und ich erklär es bald:
              Das Tier kommt aus dem grünen Wald,
                 Der grüne Wald ist selber grün,
                 Davon ist auch das Tier so grün,
          So grüne, ja so grüne!

                   Grüne; denn es lebt darin von eitel grünem Laube,
                Und – wenn es nicht ein Hirschbock ist, – ist's eine Turteltaube!
                Da hub der Hauf
             Den Schulz mit Schultern auf,
              Sie riefen: das ist unser Mann,
              Der jeglich' Ding erklären kann,
               Er kennt und nennt es keck und kühn,
               Kein Kreatur ist ihm zu grün,
                   Zu grüne, ja zu grüne!

                      August Kopisch


Quelle: Fliegende Blätter  Nr. 126 von 1847

Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.