Sonntag, 12. Mai 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 19-1
- Lyriker im Himmel -

"Damit bin in Sachen Lurch
Bei Wilhelm Busch ich bereits durch,"
Sprach Zacharias als Abschlusssatz
Und dann nahm er wieder Platz.

Solchen Beifall gab's noch nie!
"Hoch lebe Busch" Johannes schrie
Und auch der Herr war angetan
Von Wilhelm Busch. Er griff spontan
Zum Kruge welcher vor ihm stand.
"Du hast 'nen Schluck vom Zwetschgenbrand"
Gab Zacharias er 'nen Wink,
"Wahrlich verdient; nun komm schon, trink"

Da griff des Zacharias Seele,
Gar durstig und mit trock'ner Kehle,
Zum Obstler und ruckzuck
Nahm sie einen großen Schluck.

Und die andern all im Rund
Taten ihm den Glückwunsch kund
Indem sie sich nicht lumpen ließen,
Auch ihre Gläser voll zu gießen,
Um Zacharias für den tollen
Vortrag seinen Lohn zu zollen.

Während die einen nur dran nippten,
Und die andern frivol
Auf des Priesters Wohl
(Gemeint ist Zacharias, der Priester, Lk 1,5; )
Den Spelingbrand hinunter kippten,
Stand Krispus auf und sprach zu ihnen.
(Apg 18,8; 1 Kor 1,14)
"Auch ich will mir 'nen Schnaps verdienen!"

Dann bot er ihnen "Petri Heil",
Seine Froschgeschichte feil.


Petri Heil
R. W. A.

Fünf Frösche sahen in aller Ruh
Dem Adebar beim Fischen zu.
Der pickte aus dem Schilf heraus,
Sich den größten Brocken aus.
Die Frösche staunten im Revier.
Klipp, klapp, da waren's nur noch vier.


Aufgeregt nun im Quartette
Quakten jene um die Wette,
Dass dieses vom Herrn Adebar
Eine dreiste Mordtat war.

Das Quaken hat der Rab' gehört.
Der dachte: "Das ist unerhört;
Grad mache ich ein Auge zu
Da stört man mich in meiner Ruh!"

Er stieß hinein in das Geschrei.
Da waren's nur noch drei.

Jene, ziemlich irritiert,
Haben weiter diskutiert
Darüber ob der freche Rabe
Das Recht zu solcher Schandtat habe.

Da kam der Storch auf leisen Sohlen
Durchs Rohr gestakt. Ganz unverhohlen,
Weil er schon wieder Hunger hatte,
Beendete er die Debatte.

Er fischte einen sich heraus
Und nahm ihn mit zum Schmaus
Als ob das nun sein Nachtisch sei.
Da waren's nur noch zwei.


Die haben weiter diskutiert.
"Was heut so in der Welt passiert"
Wollte der eine just grad sagen.
Da hat sich etwas zugetragen.
Was er niemals wird vergessen.
Der böse Hecht hat ihn gefressen.


Da wurde dem letzten bange.
"Ich lass mich nicht erwischen,"
So dachte er bei sich,
Da hörte er ein Zischen
Er war die Wasserschlange;
"Verflucht nach mal, nun hat sie mich,
Ich hab sie nicht gesehen!"
Dann war's um ihn geschehen.



***

So die Moral von dem Gedicht:
Lass dich, wo Petris Jünger fischen
Nicht beim Zuschauen erwischen.
Trau den Brüdern besser nicht.
Wünsche nur kurz "Petri Heil"
Und geh schnurstracks dann von dort
Schnellstens wieder fort,
Dann wird kein Unheil dir zuteil.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.