Dienstag, 26. Februar 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 13-27
- 7. Kriegstag -
-Teichoskopie / Mauerschau
-  Dritter Gesang -

Schinkenklauber, der dreiste Wicht
Hörte ihren Kampfbericht.

"Schottpong kommt vom Hafen her
Angestürmt mit Schild und Speer.
Gott mit uns steht auf dem Schild."
So schilderte sie ihm das Bild
Und stellte ihm die Lage dar,
So wie sie unten grade war.

Und dann fuhr erregt sie fort
Was sie noch erkannte dort:



"Auf dem Haupt, der grüne Schelm
Trägt einen Wellhornschneckenhelm.
Er ist mit Beinschienen gerüstet.
Dass nach Kampf es ihn gelüstet
Steht ihm ins Gesicht geschrieben.
Von blinder Wut vorangetrieben,
Greift im Zorn, der wilde Mann,
Just im Moment den Mauser an.

Mausratz steht, die Beine breit,
Entschlossen vor ihm kampfbereit,
In der rechten Faust den Speer
Einsatzklar zur Gegenwehr."

Was draußen vor der Stadt geschah,
Sie nur noch ganz verschwommen sah.
Beißender Rauch vom Hafen her,
Als so angestrengt sie guckte,
Schmerzte ihr die Augen sehr.

Dann musste sie auf das Berichten,
Weil sie arg zusammenzuckte,
Vorübergehend ganz verzichten.
Hinter ihr, mit seinem Ding,
Der Lüstling voll zur Sache ging.

Während sie an Schottpong dachte
Und was der mit Mausratz machte,
Griff  Pternotroctes spontan
Sie ohne Warnung nochmals an.

"Er wird den  armen Mauser pfählen
Und ihn am End zu Tode quälen."
O weh, o weh, er bringt ihn um!"
So dacht sie im Delirium.

Doch dann, mit Rauch getrübten Blick.
Erkannte sie, dass ihr Geschick
Ebenso gefährdet war
Als das von Mausratz. Mehr sogar!

"O Gott, o Gott, mit seinem Trumm
Bringt mich der alte Mauser um."
Nahm tief erschrocken die Gefahr
Die von achtern kam, sie wahr.

Doch andrerseits, so fühlte sie.
Machte es Spaß auch irgendwie.

Drum stemmte sie ihm gar verwegen
Ihre Froschschenkel entgegen.
Sie war zu allen jetzt bereit!
Wollüstig schrie sie "Ah" und "Oh"
"Ja Liebster, mach ruhig weiter so!"
Da schrie er: "Gleich ist's so weit!"

Während er die Augen schloss
 Und sie, was dann geschah, genoss,
Sah durch Feuersbrunst und Rauch
Am Hafen sie die Flotte brennen
Und eine Maus mit Speer im Bauch
Schreiend zum Oberfeldarzt rennen.

Während der Alte sich ergoss
Konnt' sie die Krieger vor den Mauern,
Weil deren Blut nun reichlich floss,
Von oben aus nur noch bedauern.

Während unten vor dem Tor
Einer grad den Kopf verlor,

Flüsterte von hinten mit Humor
Er Zärtlichkeiten ihr ins Ohr.

Prahlerisch arg übertrieben
Sprach er zu ihr vom Nummern schieben,
Und fügte an gar ordinär
So wie man spricht beim Militär,
Mit Kraftausdrücken knüppeldick
Was dort besonders gilt als schick.

Es waren wirklich raue Sitten
Und Worte die sie gar nicht kannte
Welche er ihr dabei nannte.
Er ist ein Schwein ganz unbestritten
Hat Hoppsegern bei sich gedacht
Und gekünstelt nur gelacht:

"Du hast's wohl ziemlich arg getrieben.
Als du gedient hast einst beim Heer
Im Kampfe auf dem Feld der Ehr.
Du wirst Dich noch zu Tode lieben."

Gab sie als Antwort ihm darauf
Und fügte an weil sie's  grad sah,
Was unten vor dem Tor geschah.
Zwei Helden tapfer aber dumm
Brachten sich gegenseitig um.



Doch vor der Stadt der Schlachtverlauf
Hat ihn nun nicht mehr interessiert.
"Und wenn mein ganzes Volk krepiert"
Begann er fröhlich loszulachen
"Lass es uns noch einmal machen!"

Sie war, so hat sie angezeigt,
Der Sache auch nicht abgeneigt
Und so hat man es spontan
Sogleich noch einmal getan.

Es kam so wie es kommen musst!
Auf dem Höhepunkt der Lust
Schrie sie wieder "Oh" und "Ah"
Und er rief freudig "Heureka",
Als die Sache plötzlich kam
Und abrupt die Lust ihm nahm.

Der Freudenschrei dem Heer vertraut
Hat die Truppen aufgebaut
So dass mit frischem Mut versehen
Mancher noch im Kampfgeschehen
Auf einen noch mutigeren stieß
Bei welchem er sein Leben ließ.



Die beiden oben wie erlöst
Haben vor sich hingedöst.

Nach zehn Minuten etwa, dann
Zu regen etwas sich begann.
Da flüsterte er ihr ins Ohr:
"Ich hab mir dir noch etwas vor."
Sie sprach, "Das hab ich mir gedacht!"
Längst vergessen war die Schlacht
Die unten vor der Mauer tobte.


Er ließ sie nun ganz deutlich spüren
Dass er zum Weibe wollt sie küren.
Im Rausch der Sinne er gelobte:
"Ich mache Dich zu meiner Frau.

Gleich morgen nach der Mauerschau"
Sprach er zu ihr mit Ernst im Ton
"Spreche ich mit meinem Sohn.
Er ist viel zu jung für Dich
Und auch noch vie zu unerfahren.
Ich bin in den besten Jahren,
Und dann, nicht grade zimperlich,
Brachte er ihr mancherlei
Oben auf der Mauer bei,
Dass sie nicht kannte. "Oh" schrie sie,
"An unsre erste Teichoskopie
Werd ich mein ganzes Leben denken."

"Ich werd Dir tausend Quappen schenken
Alle grau ohn' jeden Firlefanz
Aber mit 'nem schönen Schwanz
Hinten dran als Liebesgabe
Wo wunderschön wie ich ihn habe."
Erwiderte er ihr darauf.

Dann nahm die Sache ihren Lauf.
"Aaah" hat sie vor Lust gestöhnt
Als sie wurd von ihm verwöhnt.
"Ja, ja, ja, ja, jaa,  jaaah, soo"
Stöhnte sie und "ach und oh".

"Halt dich zurück ein bisschen doch
Nur ein kleines Weilchen noch"
Hat sie gebettelt und gefleht
"Weil es so gut mir grade geht."

Da zögerte die geile Maus
Die Sache noch einmal hinaus
Und wechselte die Position.
"Es wird mir sonst zu monoton"
Sprach flüsternd, keuchend er zu ihr.

"Du bist fürwahr ein wilder Stier"
Lächelte ihn Hoppsgern an.
"Ach was, das hab ich gern getan"
Raunte drauf der Mausfilou
Seiner grünen Dame zu.

Dann hat er sie, sie war entzückt,
In neuer Stellung neu beglückt.
Ach was war die Maus galant.
Schlimmer als ein Elefant
Hat er sie gemaust.
Ihr hat's beinah gegraust.

"Was machst du" schrie sie "mit mir bloß?
Du zerfetzt mir noch den Schoß!"

"So schnell" erwiderte die Maus
"Franst bei einer Krott nichts aus."
Doch dann hat er mit Bedacht,
Von ihr dazu just angeregt,
Was er sonst noch nie gemacht,
Ein kleines Päuschen eingelegt.

Ihm tat es gut, sich nicht zu regen.
Und auch ihr kam es entgegen.

Mit abklingendem Wonneschauer
Sah sie hinunter von der Mauer
Und hat ein Bild sich von der Schlacht
Die unten tobte schnell gemacht.


***

Was sie sah, berichten wir
In der nächsten Folge hier

wird fortgesetzt


Sonntag, 24. Februar 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 13-26
- 7. Kriegstag -
-Teichoskopie / Mauerschau
- Zweiter Gesang -

Während die beiden auf der Mauser
Keine Anzeichen von Trauer
Zeigten und stattdessen heiter
Bumsten noch ein Weilchen weiter,
Starb unten vor dem großen Tor
Bogajaggel der alte Froschmajor.


Im Arm von Quagare, oh Graus,
Hauchte er sein Leben aus.
Er hatte auf dem Feld der Ehr
Sich überanstrengt wohl zu sehr.
Quagara konnte seinen netten
Alten Kumpel nicht mehr retten.
Dessen Herz, schon sehr betagt
Hatte plötzlich ihm versagt.
Als er vor der Mauer stand
Und das Tor verschlossen fand,
Erlitt er auf dem alten Markt
Vor der Stadt 'nen Herzinfarkt.
Eine Fliege ohn Gewissen,
Summte: "Der hat ausgeschissen."
Dabei lud sie überkeck
Eine Ladung Fliegendreck
Auf seinen grünen Leichnam ab,
Womit sie ihm zu verstehen gab
Was sie heimlich bei sich dacht:

"Du dummer, ehrgeiziger Offizier,
Auch du bist nur, wie ich, ein Tier,
So wie eure Feinde auch,
Das wie der Mensch aus Dreck gemacht,
Im kühlen Grab bei Mutter Erden,
So wie es in der Bibel steht,
(Gen 3,14; Ex 8,12; Koh 3,20; Sir 33,10; Jes 29,4, 29,5; 40,15;)
Zu Staub wird sehr bald wieder werden
Welchen, wie mich, der Wind verweht."

Der Kumpel, so wollt es der Brauch,
Hat den Toten unter Klagen
An den Schlachtfeldrand getragen
Und hat von Trauer tief umschattet
Den Major im Sumpf bestattet.

Pternotroctes und Hoppsegern,
Indessen jeder Trauer fern,
Vergnügten unverbesserlich,
Auf der Mauer weiter sich.


"Von hier aus sieht man alles gut"
Sprach sie zu ihm im Übermut
Wobei nach seinem Schwanz sie schielte.
Während er mit ihren Brüsten spielte,
Grinste er: "Ja schau mal dort,
Geschieht just grad ein Gattenmord."

Frau Pustpogg, unten im Palästra,
Hieb wie dereinst Clytemnestra
" Die eifersüchtige Clytemnestra hat ihren
 Gatten Agamemnon ermordet"
Auf ihren Angetrauten ein.
"Du untreues, verdammtes Schwein"
Schimpfte sie den Gatten aus.
"Warst heut Nacht bei einer Maus.
Ich lieg allein im Schlafgemach
Und du stellst hier den Mäusen nach.
Du Ehebrecher, du Filou"
Schrie sie und dann schlug sie zu.


Während der Frosch wie Agamemnon starb
Schinkenklauber noch um Hoppsgern warb.

"Ach" stöhnte sie verliebt intim
Lustvoll grad erneut zu ihm:
"Ich wusste bisher gar nicht wie
Schön so eine Teichskopie
Mit einem echten Mausemann
Hier auf der Mauer werden kann."

"Ach bitte", sprach sie, "bleiben wir
Doch noch ein kleines Weilchen hier.
Die Sache interessiert mich sehr.
Ich werde, ohne mich zu zeigen,
So weit es geht nach vorn mich neigen,
Dann kann ich unten das Geschehen
 Noch besser als schon bisher sehen.
Und du kannst dich als Held bewähren
Und die Lage mir erklären."

"Im Augenblick greift euer Heer
Von Osten an" sprach er zu ihr.
Doch vorerst sind wir sicher hier."
Und dann beim Mauer-Rendezvous
Griff er nochmals kräftig zu.

"Oho", hat sie erstaunt gequakt
Als sie, was unten grad geschah,
Von oben aus betrachtet sah.
"Was ist" hat er gleich nachgehakt?!

Während er sie froh erquickte
Sie erstaunt nach unten blickte.
Quaks Hipphopp von der Reiterei
Ritt auf Hopspadd grad vorbei.


Bewaffnet mittels Binsenspeer
Ritt er zwei Mäusen hinterher.
Der einen stach in Arroganz
Er ein Loch in ihren Schwanz.
Die andre hat Reißaus genommen
Und ist noch mal davongekommen.

Ein Stückchen weiter links wie eben,
Direkt am tiefen Wassergraben
Sah Hoppsegern zwei Froschepheben
Die sich einer Maus ergaben.
Die beiden hießen Plitsch und Platsch.
Der letztre sprach: "Was soll der Quatsch,
Wir wollen uns doch nicht verfemen.
Lass uns die Flossen runter nehmen.
Ich versprech'  dir nicht zu fliehen
Und auch den Degen nicht zu ziehen."


"Schau mal" hat Hoppsegern gelacht,
"Was der mit seinem Schwanze macht;
Er tut als könnt er damit schießen."
"Wahrlich ein Anblick zum Genießen"
Hat Schinkenklauber nur gesagt
Und nicht zu feuern sich gewagt.

"Was machst du auf der Mauer hier
Als nächste Übung denn mit mir?"
Wollte Hoppsegern gerissen,
Jetzt vom Königsvater wissen.

Der sprach: "Pass auf, beweg dich nicht!"
Er war ganz rot schon im Gesicht.
Dann zog er sein bestes Stück
Wie Onan es tat, schnell zurück.
(Gen 38.6-9)

Während er beiseite trat
Und was er musste grinsend tat,
Sprach sie: "Was ist denn los mit dir?
Ach bleib doch noch ein bisschen hier."

Da griff wie Silvio Berlusconi
Es kürzlich erst auf Ruby's Rat
Beim Bunga Bunga mehrmals tat,


Er sich gar geil erneut ihr Yoni .

 Er dacht bei sich: "Die Mauerschau
Ist interessant mit dieser Frau!"

Währenddessen ganz intim
Liebkoste seinen Schwanz sie ihm
Und wollte behilflich sein dabei
Dass er es tut auch einwandfrei.

"Pass auf" sprach er zu ihr geschwind,
Du siehst ich bin noch sehr vital.
Am End bekommst du noch ein Kind.
Das wäre wahrlich ein Skandal."

"Ach was" hat sie nur kurz gelacht;
"Ich hab schon drüber nachgedacht.
Falls ich schwanger werde, dann
Hängen wir's Troxatres an."

Da lächelte der Alte froh
Und griff nach ihrem grünen Po.
Er sprach zu ihr: "Du bist sehr schlau.
Ich bleib bei dir, die Mauerschau,
Da stimm ich überein mit dir
Ist für uns beide ein Pläsier.
So was bildet ungemein
Und kann dazu ganz lustig sein."

Während sie nach vorn sich beugte
Und interessiert nach unten äugte
Zu seh'n was in der Schlacht geschah,
Trat ohne langes Trallala
Er noch einmal von hinten her
An sie heran. "Was macht das Heer"
So fragte er besorgt und bang
Während er wieder in sie drang.

"Ach" rief sie nach vorn gebückt,
Vom Angriff unten hoch beglückt.
"Wie ich ganz deutlich sehen kann,
Greift Schottpong grad den Mausratz an."


"Erzähl, erzähl" sprach er zu ihr,
"Berichte ganz genau es mir."

Während er mit ihr verkehrte,
Sie hob dabei geschickt den Rock,
Gab sie, was er von ihr begehrte,
Die Lage ihm bekannt ad hoc.

Ihr Po versperrte ihm die Sicht;
Sein Auge war auf nah justiert.
Er lauschte ihrem Kampfbericht.
Den gab sie ihm höchst detailliert.

***

Was bei der Mauerschau geschah
Und was  Hoppsegern noch alles sah,
Vom Zweikampf zwischen Frosch und Maus
Hoch oben von der Mauer aus,
Könnt höchst pervers gereimt von mir
Das nächste Mal Ihr lesen hier.

wird fortgesetzt



Samstag, 23. Februar 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 13-25
- 7. Kriegstag -
-Teichoskopie / Mauerschau
- Erster Gesang -

So wie der König es erbat,
Seine Armee es für ihn tat.

Tote gab es nun beim Streiten
Zu Tausenden. Auf beiden Seiten
Sanken sie zu Boden nieder
Und standen von dort auf nie wieder.

Mäuse mit bekannten Namen
Nun in der Schlacht zu Tode kamen.
Brotverächter, Käsverehrer,
Knabberer und Nussverzehrer,
Süßholzraspler, Borkennager
Und des Lychopinax Schwager,
Der tapfre Recke Vollmilchsäufer.
Auch Rübenfraß und Tretmühlläufer.
Honignascher, Puddingrührer,
Rostvertilger, Schmalzaufspürer
Wanstvollschläger, Grießbreischmauser,
Strohsackraschler, Griebenknauser,
Milchreismampfer, Wursthautschlitzer,
Jausenschmack und Rahmstibitzer
Und viele tausend andre mehr
Starben auf dem Feld der Ehr.

Es versteht sich, dass beim Recherchieren
Wir nur die Namen von Offizieren
Hier erwähnten, und es lassen,
Uns mit dem Rest noch zu befassen,
Weil die Liste zu lang geworden wär'.
Und außerdem beim Militär,
Das weiß derweil doch jedermann,
Fängt alles erst beim Leutnant an.
Wie später wir erfahren haben,
Wurden die Herren all begraben.
Die Mannschaft wurde weggekarrt
Und am Schlachtfeldrand verscharrt.


Doch auch auf der Gegenseite
Starben Tausende im Streite.
Selbst Krieger, die so Kampf erfahren
Wie der Recke Keckpätt waren,
Wurden im Sturm auf Mausheim jetzt
Getötet oder schwer verletzt.

Hutsche, Jagler, Hoppetruds,
Kikker, Höpfer, Häbetutz;
Pädde, Geggscher, Höpperling,
Glotzaug, Kulucks, Höppeschink;
Kanitsche, Kollhüx, Hubbsekrat,
Beestkrät, Itschak, Quaxepaad;
Hucklipatsch und Matzgäcker,
Ledderhäckt und Mollekäcker;
Hetsche, Hitsche, Hoppequatsch,
Höppelskrat und Hoppepatsch;
Kierduttler, Pajd und Loddeix,
(Alle Froschnamen aus der Dissertation von
Ursula Wiepen zum Deutschen Wortatlas)
Quakeviel und Quakenix
Und noch viele, viele mehr,
Kamen um beim Hetschenheer.
Selbst der tapferste von allen,
Der Narr ist in der Schlacht gefallen.

Doch die, die lebten, unverdrossen
Kämpften weiter fest entschlossen
Die Mäuse aus der Stadt zu hetzen
Und Mausulina zu besetzen.

Karawux ein sehr gescheiter
Hauptmann schrie: "Der Narr ist tot;
Wir machen aber trotzdem weiter!"
Und dann tat er was sich bot.

"Alles hört auf mein Kommando"
Gab er mit aufgeblähter Kehle,
So als wär' er drüber froh,
Für den Angriff die Befehle.

Mit der Fahne stürmte er
Blindlings vor den andern her.
"Für Pausback, Gott und Quakerland"
Darauf groß geschrieben stand.

Oben auf dem Schanzenrück'
Riss ein leis' flirrender Feindesspeer
 Vom rechten Arm ihm ab ein Stück
Dass die Fahne ihm wurd schwer.
Das Banner in der andern Hand
Er aufrecht tapfer weiter stand.
Da schlug 'ne Lanze ihm ins Bein.
Laut fluchend knickte er drauf ein.
Des Königs Banner immer noch
Hielt mit letzter Kraft er hoch.
Erneut traf schwirrend ihn ein Speer.
Doch diesmal mehr von hinten her.
Da hatte einer gut gezielt.
Krawux dachte "Ausgespielt!"
Kopfüber fiel er in den See.
"Lieb Vaterland, leb wohl, adè!"
Einmal hat er noch gewunken.
Dann ist im Teiche er versunken.

Das grüne Banner, windgebläht,
Trieb die Krieger weiter an.
Für Pausback seine Majestät
Haben sie es gern getan..

"Wer wird die Schlacht denn heut gewinnen?"
Wollte auf des Schlosses Zinnen


Troxartes Kröte gar beflissen
Von ihrem Schwiegervater wissen.

"Ach Kind", sprach Schinkenklauber da,
(Pternotroctes, des Königs Vater bei Rollenhagen)
So wie einst Priamos zu Helena,
"Ich weiß es nicht, doch wünsch ich mir,
Dass von hier oben beide wir
Eine schöne Schlacht erleben!"

"Sieh mal dort, die zwei Epheben,
Die sehen ziemlich grimmig aus"
Rief Hoppsegern. "Ich glaub die Maus
Nimmt dem Frosche gleich das Leben.
"So ist es im Kriege, leider eben"
Sprach, als auch er es nunmehr sah
Der Mäuseschwiegervater da
Und griff ihr, ach er fand sie geil,
Gar unverschämt ans Hinterteil
Und mit der Linken unbewusst,
Ihr schien's nach Absicht, an die Brust.

"Du alter Gauner, lass das bitte"
Sprach sie, "das ist bei uns nicht Sitte"
Doch dabei dacht sie insgeheim
"Es könnt vielleicht ganz lustig sein."

"Wenn er sich weiter verlustiert"
So hat sie vor sich hin sinniert,
Während sie nach unten sah,
"Dann wird der Schwiegervater mein
Nächster nebst Troxartes sein!"

Was bei der Mauerschau geschah
Hat, so weit es wurd bekannt,
Uns Homer bereits genannt.
In der Teichoskopie, dritter Gesang
Schrieb er viele Seiten lang,
Ohne jegliches Bedauern
Über das Kampfgeschehen,
Vor Trojas starken Mauern
So wie Helena es hat gesehen.

Doch ich möcht nicht drauf verzichten
Hier auch das Euch zu berichten,
Was der Dichter weiberscheu
Verschwiegen hat uns königstreu.

Während die Krieger unten tobten,
Die beiden oben sich verlobten.
Während draußen in der Schlacht
Die Helden wie die Fliegen starben,
Die beiden sich verliebt umwarben.
Zweimal haben sie's gemacht.
Sie winkte dabei froh und munter
Zu jenem grünen Frosch hinunter,
Der vor dem Tore mittels Beil


Einer Maus den Kopf abschlug
Und bot indes ihr Hinterteil,
Er hatte längst noch nicht genug,
Pternotroctes, ach war das geil,
Zu einem dritten Male feil.

Die Krieger unten unterdessen
Kämpften weiter wie besessen.
Keiner ahnte was die zwei,
Den Mäusen werten und so lieben
Oben auf der Mauer trieben.

Als es oben war vorbei
Ging unten es erst richtig los.
Tutze Utzepogg furios
Rammte seinen Schilfrohrspeer
Wutentbrannt von oben her,
Durch das harte Schädelbein,
Tief in ein Mausgehirn hinein.


Dem Mauser tat das nicht mehr weh.
Schmerz war für ihn schon längst passee.
Er fühlte sich auch nicht bedroht,
Denn dazu war er schon zu tot.

Ein Grüner hatte ihn erschlagen
Als Feuer er zur Flotte tragen
Wollt um sie in Brand zu stecken.
"Du sollst elendiglich verrecken"
Schrie ihn Tutze Utzepogg an.
Er merkte nicht in seinem Wahn,
Dass der andere nichts sagte
Und auch nicht über Schmerzen klagte.
Er dachte bei sich ganz kurz zwar
"Das ist reichlich sonderbar,
Warum wehrt die Maus sich nicht?"
Dass sie bleich schon im Gesicht
Und zwei Minuten hin schon war
Nahm er in seinem Zorn nicht wahr.

Wütend stach der Toten er,
Ach was war der Frosch verroht,
Ein zweites Mal nun seinen Speer,
Ins Hirn, dann wusst' er, die ist tot!

Nachdem er einen Tritt ihr gab
Nahm er ihr die Fackel ab,
Und trat die Flamme auf der Maus
Mit seinem nassen Füßen aus.

Doch für mehr blieb keine Zeit.
Er nutzte die Gelegenheit!
Bevor er seinen Mut verlor,
Nahm er sich schnell die nächsten vor,
Die mit Fackeln in der Hand
Just wollten legen  einen Brand.

Wie Aias in der Iliade
Zwölf Gegner dereinst ohne Gnade,
(Ilias 15/ 745 ff)
Am Hafen hatte totgeschlagen
So hat sich Utzpogg nun betragen.
Siebzehn Mäuse, ohne Not,
Schlug er bei den Schiffen tot,
Denn er war ganz strikt dagegen,
Dass die dort wollten Feuer legen.


Dann traf's auch ihn. Ein zischender Speer
Durchschlug von rechts nach links ihn quer.
Die Speerspitze, gemacht aus Erz,
Drang durch die Lunge  und sein Herz
Und trat dem Frosch, es war ein Graus,
Unter der Brustwarze heraus.
Blut schäumte ihm aus beiden Wunden.
Er hat kaum Schmerz dabei empfunden
Und dacht, als er zu Boden sank:
"Diesmal bin ich länger krank!"


Sein Kamerad, der Hetschen-Spieß,
Welcher mit Namen Wutsche hieß,
Sprang hinzu. "Mein Freund, ach nein,
Das kann doch nicht die Wahrheit sein!"
Er sah sofort, der Freund war tot.
Drum tat er, was für ihn sich bot
Und zog die Konsequenz daraus.

Er war verantwortlich als Spieß
Und trug die Mitschuld überdies,
Am eingetretnen Schaden
Und am Tod des Kameraden.

Gegen die grauen Mörderbanden
Hatte er Tutz zwar beigestanden,
Aber, vermutlich angesoffen
Hat er das falsch Ziel getroffen.

Da tat er, was er musste tun.
Er löschte sein eignes Leben aus
Indem sein Langschwert ganz gemach
Er selbst sich in sein Froschherz stach.
So war's im Kriege opportun
Wenn einer lateralen Schaden
Zufügte einem Kameraden.

Hoppsegern mit Schinkenklauber,
Erneut im süßen Zauber
Der Fleischeslust gar tief vereint
Hat interessiert dazu gemeint:
"Schau mal was der Spieß dort macht!"
"Er hat sie grade umgebracht"
Sprach der Mauser lapidar
Weil er noch nicht fertig war.

***

wird fortgesetzt


Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.