Freitag, 27. September 2013

Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-31
Märchenerzähler im Olymp

Aus einem alten Schulbuch

- Das Einmaleins -

So, nun wollen wir probieren
Mit Frösche zu multiplizieren.
Ein mal eins ist, wie ihr seht,
Ein Frosch wie er im Buche steht.

Zwei mal eins sind deren zwei.
Das ergibt die Grübelei.

Als nächstes, so erfahren wir,
Dass zwei mal zwei sind vier.

Vier mal vier ist mit Bedacht
Genau soviel wie zwei mal acht.



Bei drei mal drei, das könnt ihr sehn'n,
Fehlt einer noch, sonst wären's zehn.

Fünf mal fünf bunte Frösche sind,
Das weiß heute jedes Kind,
Fünfundzwanzig Stück zusammen
Die aus fünf gleichen Rudeln stammen.



Sechs mal sechs sind sechsunddreißig.
Die Frösche sind beim Sex recht fleißig;
Vermehren sich, das seht ihr hier,
Viel schneller sicherlich als wir.



***


"Das liegt an der CDU"
Fügte Apollo da hinzu,
"Weil Mutti Merkel ohne Mut
Nichts für die Familien tut."

Was haben die Götter da gelacht.
"Fürwahr, es hat nicht viel gebracht
In Germany das Elterngeld.
Der Storch hat sich nicht eingestellt
Und das Geld wird ausgegeben
Damit die Eltern all gut leben,"
Fügte Hera ganz spontan
Dem Einwurf von Apollo an.

"Kommt die SPD ans Ruder"
Lachte Baubo da, das Luder,

"Wird die Hinterlassenschaft
Von Mutti wieder abgeschafft."
"Und überhaupt," so sprach sie heiter
Im erlauchten Kreise weiter:
 "Es wird auch allerhöchste Zeit,
Dass man vom Mutti uns befreit
Denn die lässt das Volk der Griechen
Schon lang genug zu Kreuze kriechen."

"Hört auf damit" rief Ares da.
Wir wissen allesamt es ja
Dass diese Frau gut rechnen kann.
Sie hat noch nie verrechnet sich.
Ich würde gar nicht wundern mich
Wenn sie sich würd' dazu erkühnen,
Um mit den Roten oder Grünen,
Sich unten demnächst  auszusöhnen
Um sie weiter zu verhöhnen."

Doch lasst uns lieber nun in Sachen
Einmaleins schnell weitermachen
Als hier nutzlos zu politisieren.
Wir sind es die die Welt regieren.
Und glaubt es mir, aus meiner Sicht,
Geht das ohn' zu rechnen nicht.

Dann fügte er in aller Ruh
Einen Nachsatz noch hinzu.
Ich sage Euch, ihr werdet's sehen
Sie wird die Steuerschraube drehen,
Sodass von den versproch'nen Gaben,
Auch Frösche ihren Anteil haben.

Danach fuhr mit Schalk im Wort
Mit Rechenbeispielen er fort
So wie Mutti Merkel unten
Mit den Fröschen ihren bunten.

***

Nehmen wir sieben Frösche mal mit sieben,
Ergibt die Fingerrechnerei
Als Ergebnis festgeschrieben
Neunundvierzig, einwandfrei.



Wenn acht mit acht wir malgenommen
Wir auf vierundsechzig kommen.



Neun mal neun Frösche, einfallsreich
Sprangen hier in ihren Teich.
Nun rechnet aus wie viel es sind.
Am Besten zählt ihr sie geschwind.
Wenn ihr auf einundachtzig kommt
Den Fröschen das Ergebnis frommt;
Dann übt bestimmt keiner  Kritik
An eurer Frosch-Mathematik.


Habt zehn mit zehn ihr malgenommen
Und seit auf hundert Stück gekommen
Dann stimmt auch das nach Adam Rise.


Fleißig sein ist die Devise
Weil jeder Mathematikus
Selbst hier bei uns im Götterkorps
So wie es Mutti uns macht vor,
Das Einmaleins beherrschen muss
Wenn er will Politik betreiben
Und im Amt möchte noch bleiben.

***
wird fortgesetzt




Donnerstag, 26. September 2013

Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-30
Märchenerzähler im Olymp

Nachdem der Beifall war verklungen
Ist Ares plötzlich aufgesprungen:

"Just im Moment fällt es mir ein,"
So sprach er, "als ich war noch klein,
Hatte für die Schule ich
Ein Froschbuch. Ich erinnre mich
Ganz genau an dieses Buch.
Ich weiß daraus noch mancherlei.

Damals aus Wichtigtuerei
Hab gelernt ich jeden Spruch
Von vorn bis hinten, ei der Daus,
Ich kannte jedes Wort daraus.

Ich will mich zwar nicht gern blamieren
Doch werd' ich daraus rezitieren,

Und glaubt es mir, das mach ich gern.
Angabe liegt heut mir fern.
Ich denke, das macht durchaus Sinn
Denn unsre Schulzeit ist lang her
Und sicher habt auch ihr indessen,
Von der grundschulischen Lehr,
Mancherlei bereits vergessen,
So dass es euch nicht schaden kann
Wenn ich erinnre euch daran.
Ich glaub ich krieg das für euch hin.

Und dann begann er mit Humor,
So wie als Bub er's ab und an,
Hat im Klassenraum getan,
Und trug aus dem Stehgreif vor
Was ihm, es war wundersam,
Davon in den Sinn grad kam.

Aus einem alten Schulbuch
- Wir lernen zu zählen -


Erst mal lernen wir jetzt zählen
Denn das braucht man ab und an.
Wer das beherrscht muss sich nicht quälen
Mit Fingern oder Firlefanz
Wie Knotenschnur und Rosenkranz
Und ist froh dass er es kann.

Eins, Zwei, Drei, na bitte sehr;
Zählen ist doch gar nicht schwer!
Das waren die Zeilen eins bis drei.
Darunter ist 'ne Zeile frei.
 


Nach dem Freiraum sehen wir
Blaue Frösche, deren vier.
Sie hüpfen im Quartette
So scheint es, um die Wette,

Danach, was Frösche gar nicht lieben,
Denn das ist ein übler Brauch,
Steht die Fünf in schwarz geschrieben
Fünf Fröschen vorne auf dem Bauch.


Auf dem nächsten Blatt zu sehen
Drei Pärchen beieinander stehen,
Die die Ziffer sechs sehr lieben,
Mit "ch" und "x" geschrieben.
Rosa die Mädchen, die Buben blau.
Insgesamt sechse, ganz genau.



Gleich darunter, ganz in rot,
Unterwegs zum Abendbrot,
Frösche, diesmal sind es sieben,
Die sich dort im Rudel trollen.
Sie jagen just, so scheint's die Fliegen,
Die sie schnabulieren wollen.

Ganz unten, es ist bereits Nacht,
Hocken lila Fröschlein acht.
Sie quaken lustig im Verein
In das Dunkel dort hinein
Und warten allesamt darauf,
Dass der Mond geht endlich auf.



Die Grüne Neune, wir sind platt,
Sitzt auf einem Lotusblatt;
Schaut hinunter auf die zehn
Die lustig bunt im Schilfe steh'n.


So, jetzt können wir schon zählen.
Brauchen nicht mehr uns zu quälen
Und es wird uns Spaß bereiten
Zu zählen auf den nächsten Seiten,
In diesem Buch, bis hinten hin,
Wie viele Frösche sind noch drin.

Doch weil das Rechen nebenbei,
Sagt Adam Rise, wichtig sei,
Geh' ich mit euch im Verein
Auch auf dieses sogleich ein


***

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Mittwoch, 25. September 2013

Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-29
Märchenerzähler im Olymp

"Die Sache traf des Pudels Kern"
Lächelte Hermes arg verschmitzt.
"Ja, ja, die Frösche sind gewitzt
Und sie übertreiben gern.

Doch sie sind nicht alle gleich.
Es gibt auch andere im Teich.

Von einem Frosch, der einsam zwar
Aber ziemlich mutig war,
Hab' ich euch was ausgewählt
Das Mama mir hat einst erzählt.


Der einsame Frosch



...

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Batrachomyomachia


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-28
Märchenerzähler im Olymp

Sie nahm den Beifall froh entgegen.
Was tat das ihrer Seele gut.
Sie schöpfte daraus neuen Mut
Und ließ sich gar dazu bewegen,
Keiner musste sie lang drängen,
Noch ein Märchen anzuhängen.

Darum mit Spaß und Phantasie
Erzählte die Geschichte sie
Vom Frosche der dem kranken Leu
Bis zu dessen Tod blieb treu.


Der kranke Löwe und der Frosch






 ***

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Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-27
Märchenerzähler im Olymp

Keiner hatte was verstanden.
Doch alle im Olympe fanden,
Dass die Geschichte Klasse war.
Ihr Brüderchen Apoll sogar
Klatschte vor Begeisterung
Und forderte "Zugabe" gar laut.


Das hat Artemis aufgebaut
Und gab ihr neuen Schwung.
Drum trog sie dem erlauchten Korps
Gleich noch eine Sage vor.


Der Militzer Frosch
- Erich Schneider -
 


Militzer Wassermann


Militzer Frosch

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Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-26
Märchenerzähler im Olymp

Wieder war der Beifall groß.
"Die Geschichte war famos!"
Lobte Artemis ihren Bruder
Währen sie mit etwas Puder
Ihr make up erneuert hat.

"Ich habe noch etwas parat"
Lachte sie und mit Humor
Trug sie die nächste Story vor.

Sie tat sich schwer, las ab vom Blatt
Das Poggenregiment, in Platt.


Poggen-Regiment
- Albert Mähl -






*** 

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Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-25
Märchenerzähler im Olymp

"Damit bin ich in Sachen Lurch
In Vaters Aufzeichnungen durch;"
Fügte Theseus am End hinzu
Und er ergänzte: "Apoll du
Solltest auch mal etwas sagen
Um etwas dazu beizutragen,
Dass Langeweile kommt nicht auf
Hier im Olymp in dieser Nacht,
Während man unten Pause macht,
Und sich zur Völkerschlacht neu rüstet."

Apoll zum Reden just gelüstet,
Gab zur Antwort ihm darauf:

"Was ich euch erzähle nun
Hat mit einem Traum zu tun,
Den ich geträumt hab vor zwei Tagen."

Und dann hat er vorgetragen
Was im Traume er gesehen
So wie es ihm ward nachts geschehen.


Der Froschkönig 2020
- Anonymus zur Jahrtausendwende -





 ***

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Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-24
Märchenerzähler im Olymp

Auf Seite acht in Vaters Fibel,
Aufgezeichnet ehr penibel,
Fand Theseus nebst Illustration,
Die Mähr vom undankbaren Sohn.
Die hat er ohne groß zu fragen
Den Göttern sogleich vorgetragen.


Der undankbare Sohn
Dr. Burkhard Busse


 ***

wird fortgesetzt

Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-23
Märchenerzähler im Olymp

"Die nächste Geschichte, sehr pikant,
Dreht sich um den Froschofant."

So leitete Poseidons Sohn
Die Story ein mit Hohn im Ton.
Und dann trug er mit Humor
 Von der Geburt des Tieres vor.


Die Geburt des Froschfanten
- Autor nicht bekannt -


 ***



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Dienstag, 24. September 2013

Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-22
Märchenerzähler im Olymp

Solchen Beifall gab's noch nie.
"Bravo, bravo" schrieen sie
Die Götter all im großen Saal.

Theseus sah es ihnen an,
Sie waren alle angetan
Von der Geschichte, die er eben
Zum Besten hatt' für sie gegeben.

"Ach bitte blättre doch noch mal
In Poseidons Nachtbrevier"
Bettelte Aphrodite schier;
"Sicher gibt es dort noch mehr
Froschgeschichten oder Fabeln.,
Gedichte, Märchen und Parabeln."

"Ach bitte, Theseus, uns zur Ehr,"
So hat sie inniglich gefleht,
"Schau mal was da noch so steht!"

Da mischte sich Poseidon ein:
"Auf Seite zwölf muss noch was sein"
Rief er in väterlichem Tone
Quer durch den Saal zu seinem Sohne.
"Und auf Seite siebenundsiebzig
Steht noch was und auch das ist witzig.
Auch die Mähr auf Seite acht
Kommt dafür noch in Betracht.
Ich denke ja, du kannst es wagen,
Uns auch die noch vorzutragen."

Theseus dankte dem Papa
Während er blätterte und siehe da
Auf Seite zwölf da fand er sie,
Die Story von dem grünen Vieh
Das sich in dieser Variante
Grasfrosch Himmelgucker nannte.

Die trug er sogleich mit Humor
Im erlauchten Kreise vor.


Ein Frosch namens Himmelgucker

- von Tante Herzlinde -
alias Lutz Siemer Meyerdierks


Er saß im Teich und hielt nach Mücken und Fliegen Ausschau. Es war jetzt im Frühjahr noch ziemlich kalt. Und plötzlich - er hatte gerade eine Mücke verspeist - sah er einen fremden Frosch. Er kam näher und setzte sich neben ihn.
„Guten Morgen, Nachbar. Dich habe ich ja noch nie hier gesehen,“ sagte der Neuankömmling.


„Guten Tag. Ich bin seit letztem Herbst hier am Teich. Den Winter habe ich auf dem Grund dieses Teiches verbracht." „Aha, so. Na ja. Wir Grasfrösche kommen eigentlich nur zum Laichen an diesen Teich, sonst sind wir meistens an Land auf den angrenzenden Wiesen. Es sei denn, ein Sommer ist so heiß und trocken, dass wir eine Erfrischung brauchen. Aber der letzte Sommer war schön feucht. Vielleicht waren wir schon in der Kältestarre, als Du gekommen bist,“ sagte der Grasfrosch.

„Seid ihr viele," fragte er. „Sehr viele, Wasserfrosch." „Wasserfrosch sagst Du zu mir? Bin ich nicht auch wie Du ein Grasfrosch,“ fragte der Wasserfrosch.
„Nein,“ lachte der Grasfrosch, „weißt Du das denn nicht?"
„Nein. Ich habe vorher noch nie einen anderen Frosch außer mir gesehen. Ich kann mich wenigstens nicht daran erinnern. Und mich auch nur als Spiegelbild im Wasser," sagte der Wasserfrosch betrübt. „Du armer Wasserfrosch."
„Wieso bin ich ein Wasserfrosch, und Du ein Grasfrosch? Woher weißt Du das?“ 




„Das weiß doch jeder. Schau mich doch mal genau an, Du dummer Wasserfrosch. Ich bin gelbbräunlich. Richtig?" “Ja, stimmt." „Und Du bist grünlich. Richtig?"
„Ja, stimmt auch," antwortete der arme Wasserfrosch.
„Siehst Du! Grasfrösche sind meistens gelbbräunlich. Manche sind auch nur bräunlich. Es soll sogar schwarze Grasfrösche geben, aber nicht in unserem Revier. Das entscheidende aber sind die dunklen Schläfenflecke, die Du nicht hast,“ sagte der Grasfrosch.

Der Wasserfrosch schaute sein Spiegelbild an und schüttelte den Kopf. „Schau dort einmal hin." Der schlaue Grasfrosch zeigte auf die andere Seite des Teiches, und da staunte der Wasserfrosch nicht schlecht. Dutzende Grasfrösche waren hüpfend in den Teich gesprungen. „Siehst Du," sagte der Grasfrosch rasch, „das sind alles meine Freunde. Und es sind alles Grasfrösche." Der Wasserfrosch besah sich die Frösche genau. Sie hatten tatsächlich die vom Grasfrosch beschriebenen Farben und Schläfenflecke. „Alles Grasfrösche," wiederholte der Grasfrosch bestimmt, „und Du bist grün. Wasserfrösche sind grün." 




„Und die dahinten," fragte der Wasserfrosch und deutete auf die Wiese, wo er ein braunes, dickes Pärchen Frösche entdeckt hatte. Der Grasfrosch schaute zur gewiesenen Stelle.
„Die dicken da, meinst Du," fragte er. „Ja. Die sich so komisch bewegen, so als könnten sie nicht richtig hüpfen."  „Das sind Erdkröten. Ein paar von ihnen laichen auch hier. Es sind merkwürdige Gesellen. Sie sagen keinen Ton, und sie legen ihre Eier so komisch aus. Keine Laichballen, so wie wir, sondern Laichschnüre. Sieht ulkig aus."



„Grasfrösche, Erdkröten. Und ich bin also ein Wasserfrosch, sagtest Du," fragte der Wasserfrosch.
„Ja, ganz klar." „Und der einzige? Oder kommen noch andere zum Teich,“ fragte er leise. „Du bist der erste Wasserfrosch, den ich hier je gesehen habe. Und ich bin schon seit sechs Jahren an diesem Teich. Das kannst Du mir glauben," sagte der Grasfrosch.
Und der Wasserfrosch schaute den Grasfrosch traurig an. Dieser hatte Mitleid mit dem armen, einsamen Wasserfrosch. Und er fragte ihn schließlich: „Wie bist Du eigentlich in diesen Teich geraten?" „Das weiß ich nicht. Ich kann mich nicht erinnern."
Irgendwie war er im letzten Herbst in diesem Teich gelandet. Aber wie? Er konnte sich wirklich nicht daran erinnern. Er hatte sich sogleich in den Grund des Teiches eingegraben und war in die Kältestarre gefallen.
„Und wie heißt Du?“ „Was meinst Du damit?“ „Was, Du weißt nicht wie Du heißt," lachte der Grasfrosch lauthals, so dass andere Grasfrösche interessiert herüber schauten.
Betrübt starrte der arme Wasserfrosch auf seine kräftigen Füße.
„Entschuldige, bitte," sagte der Grasfrosch, „aber das habe ich ja noch nie gehört, dass ein großer Frosch wie Du keinen Namen hat." „Wer sollte mir einen Namen geben, wenn ich der einzige Wasserfrosch bin," fragte der Wasserfrosch traurig.
„Entschuldige," sagte der Grasfrosch noch einmal. Und er fuhr fort: „Zur Unterscheidung muss jeder Frosch einen eigenen Namen haben, weißt Du? Guck' mal, wieviel Grasfrösche jetzt hier am Teich sind. Wenn wir uns alle mit Frosch oder Grasfrosch ansprechen würden, wir würden total durcheinander geraten. Verstehst Du das?“
„Ja," sagte der Wasserfrosch noch trauriger. Nun waren noch andere Grasfrösche heran geschwommen. Und einer, der sich besonders witzig fand, fragte den Wasserfrosch überflüssigerweise: „Na, wie heißt Du?" „Ich," fragte der einsame Wasserfrosch vorsichtig und höflich. „Habt ihr das gehört," lachte der freche Grasfrosch, „er heißt Ich. Hahaha." Aber der Wasserfrosch fand das gar nicht lustig, und er fing an zu weinen. Die Grasfrösche fühlten sich nicht wohl, als sie das sahen.
„Ich, warum weinst du," fragte der freche Grasfrosch, dem es Spaß machte andere Frösche zu ärgern.
„Großmaul, halt deinen Mund,“ schnauzte der erste Grasfrosch, der sich für den Wasserfrosch verantwortlich fühlte, seinen Artgenossen an.
„Ich lass mir von Dir nicht den Mund verbieten," sagte dieser und tauchte entrüstet ab. 


„Siehst Du, Wasserfrosch, " sagte der nette Grasfrosch, „er heißt Großmaul. Ich heiße Fliegenfresser, es ist wohl kein schöner Name, aber er muss nicht unbedingt schön sein. „Aber zutreffend," sagte eine Grasfroschdame, die auf Fliegenfressers Bauch deutete. 


Die Grasfrösche lachten, auch Fliegenfresser lachte. „Und diese vorlaute, schöne Dame heißt Seerose nach dieser wunderschönen Wasserpflanze," sagte Fliegenfresser zum Wasserfrosch.
„Und diese da," fuhr er fort, „heißen Mückenschlucker, Blähbauch, Larvenjäger, Teichrose, Wasserfeder, und Grüngelbler, Großmaul -  kennst Du schon," Großmaul war gerade wieder aufgetaucht und schnappte nach einer dicken Fliege, „und die da hinten heißen Taucher, Turner, Hummelig und Hummeler, Meisterschwimmer - weil er der beste Schwimmer bei uns ist, Entenkraut, Wasserlinse und Libellenschnapper.“ „Angenehm," sagte der Wasserfrosch höflich. „Freunde, ich glaube, wir müssen unserem Wasserfrosch einen Namen geben," sagte Fliegenfresser. 

Die verschiedenen Frösche am Teich  






„Oh ja, bitte," sagte der Wasserfrosch freudig.


Die Grasfrösche waren begeistert, dass war mal eine Abwechslung in ihrem Teich. Und nach dem langen, harten Winter waren sie fröhlich einen Namen erfinden zu dürfen. Denn es war ihre große Leidenschaft. Jeder Grasfrosch, der sein erstes Lebensjahr hinter sich gebracht hatte und schon etwas größer war, und sich seinen Feinden - deren hatten die Frösche leider sehr viele - gewachsen gezeigt hatte, bekam von der Grasfroschgemeinschaft einen Namen, der zu ihm oder ihr passen sollte. Es war ein großes Fest für die Frösche. Und nun durften sie sogar einem Wasserfrosch einen Namen geben. Sie überlegten lange, so lange bis Fliegenfresser, der ihr Anführer war, schließlich fragte:
 „Was habt ihr für Vorschläge zu machen?“ „Grüner, Wassertreter, Grüngelber," wurde vorgeschlagen, aber die Namen gefielen nur wenigen. Der Wasserfrosch war aufgeregt.
„Ich bekomme einen Namen," dachte er, „oh, wie ist das schön." „Keine anderen Vorschläge," sagte Fliegenfresser auffordernd. „Wir kennen ihn doch noch nicht so. Wir wissen nicht, was er gerne isst, oder was er am besten kann," sagte Teichrose. 


„Du hast recht," entschuldigte sich Fliegenfresser, und zum Wasserfrosch gewandt, fragte er: „Na, sage uns schon, was isst Du am liebsten." „Mücken und dicke Libellenlarven." „Und was kannst Du am besten, oder besser gesagt, was machst Du am liebsten außer Essen natürlich." „Hier zwischen dem Entenkraut sitzen und in den Himmel gucken," sagte der Wasserfrosch. „Aber hier ist noch nie ein Reiher gewesen, da braucht man doch nicht andauernd in den Himmel zu starren,” sagte Wasserlinse. 


„Bist du ein Träumer," fragte Meisterschwimmer. „Wovon sollte ich träumen? Ich kenne nichts und weiß nichts,“ antwortete der Wasserfrosch traurig.


„Wir werden einen Namen für Dich finden," sagte Fliegenfresser, „überlegt, Freunde." Und die Grasfrösche strengten sich mächtig an. Schließlich meldete sich Taucher zu Wort: „Ich glaube einen schönen Namen für ihn gefunden zu haben. Nennen wir ihn doch einfach Himmelsgucker." „Ja, genau," schrieen die Grasfrösche durcheinander. 


„Himmelsgucker," murmelte der Wasserfrosch erfreut. „Ich habe einen Namen! Himmelsgucker," jubelte es in ihm. „Gefällt Dir der Name," fragte Fliegenfresser.
„Oh, ja. Er gefällt mir." „Gut, also abgemacht. Unser Wasserfrosch heißt von nun an Himmelsgucker." 



Der Wasserfrosch war glücklich. Er hatte einen Namen. “Himmelsgucker," murmelte er verzückt. „Himmelsgucker."

***

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.