Dienstag, 31. Dezember 2013

Frosch und Kröte in der Kunst


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 23-47
Kunstexperten im Elysium
- Fritz Bergmann, Österreich, 19. Jh. -
- Teil 13 -

Selbst nach Feierabend noch,
Als er dachte schon an Schlaf,
Wurde der Meisterfotograf,
Nachdem es hat bei ihm geschellt,
Noch zum Knipsen einbestellt.


"Ach bitte, bitte komme doch
Schnell bei mir mal kurz vorbei
Ich besitz so mancherlei
Frosch den unbedingt von Dir
Ich knipsen lassen müsste hier."

So hieß es dann am Telefon
Von einem der, was er nicht sollte
Bei ebay nun verhökern wollte,
Was von der Tante als sie ging
Er kurz vor ihrem Tod empfing.

"Moin, moin, Grüß Gott, hier bin ich schon"

Sprach der Meister kurz drauf dann
Und fing erneut zu knipsen an.

Zuerst 'nen Frosch der ohne Spaß
Butter schlug am Butterfass.


Dann zwei Frösche auf 'ner Bank
Die offensichtlich hatten Zank,
Weil einer der beiden falsche Noten
Beim üben für das Froschkonzert
Hielt in seinen grünen Pfoten
Und sich hat nicht drum geschert
Was der andre dirigierte.


Ein anderer Frosch indes probierte
Seine Geige so zu streichen
Dass die Töne denen gleichen
Die er von einem Geiger kannte
Welcher sich Zacharias nannte.


Drei weitere grüne Musikanten
Die sich Donauterzett nannten
Spielten fröhlich frei heraus
Einen Walzer frei nach Strauß.

Frosch Träumling  der beim Frühstück saß
Und nebenbei die Zeitung las
Staunte sehr als er was fand
Das über ihn im Blatte stand.


Er hätte, so stand da zu lesen, einen
Bruder der wie er,
Schätzt das Seilspringen gar sehr.

Weil das der Wahrheit ja entsprach
Ging er mit ihm sogleich danach
Nach draußen und dann hüpften sie.
Die Bilder zeigen es ja wie.

Ein andrer Frosch, ganz ohne Not
Stieg in ein Blattwerk-Paddelboot
Und tat als ob es eine Fähre
Zum andern Donauufer wäre.


Der grüne Teichfrosch kam vom Prater
Mit einem großen bunten Strauß
Von Luftballonen grad nach Haus.

Indes, weil alle Mücken er gab aus,
Muss auf dem Rummelplatz sein Vater
Als Zielscheibe für 'nen Artisten
So lange sein Dasein fristen,
Bis er die Schulden hatt' bezahlt.

Ein anderer Frosch, der laut geprahlt,
Den Adebar hatte verhöhnt
In dessen Schnabel nun laut stöhnt:

"Ach lieber, lieber Adebar,
Verzeih, dass ich so vorlaut war.
Ich mach so was bestimmt nicht mehr,
Ach bitte, bitte, bitte sehr,
Wenn du mich jetzt laufen lässt."


In Grinzing indessen gab's ein Fest
Die Frösche mit 'nem feurigen
Goulasch saßen all beim Heurigen
Und ließen, wie wir es hier sehen,
Im Weingarten sich's gut ergehen.


Sie stiegen, was dort Mode war,
Beim Weine auf die Bänke gar
Und tanzten dort zum Gaudium
Von zwei Boxerhunden rum
Als ob man schon besoffen sei.
Im nächsten Bilde diese zwei
Das kann ein jedermann wohl sehen,
Sich gerne mögen und verstehen.

Da bahnt sich zwischen Frau und Mann,
Beim Heurigen die Liebe an.
Ob sie sich das Jawort gaben
Und ob vermählt sie sich auch haben
Ist uns leider nicht bekannt.

Zwei andre Frösche, völlig nackt
Sieht man hier beim Hochseilakt.

 
Damit sie nicht herunterfällt
Ihr Partner das Gerüst gut hält
Damit es nicht zu sehr vibriert
Und sie nicht die Balance  verliert.

Noch manches musste Knickebein
Knipsen;  Auch das Stelldichein
Das Madam Grün beim Zahnarzt hatte.

Der zog ihr, ach es war ein Graus
Ohne jegliche Debatte
Gleich ihren Weisheitszahn heraus.


Frosch Hipp, wie immer keck und cool,
Indessen eine Fliege jagt,
Die vor ihm sitzt auf seinem Stuhl.

"Du Miststück" hat er laut gequakt,
"Du Gott verdammter Brummer du!"
Und dann schlug er auch schon zu.

Sein Kumpel war noch mehr brutal.
Die Fliege die beim Mittagsmahl
Just grad auf seinem Teller saß
Nie wieder mit ihm Mittag aß.

Der nächste war ein Taucher.
Er hatte zum Tauchgang in die Wogen
Sich bereits schon angezogen.


Nach ihm musst Knickebein zwei Raucher
Beim Teer und Rauchruß inhalieren
Knipsen bevor die zwei krepieren.


Der Meister beim Fotografieren
Wäre bald selbst im Qualm erstickt.

Ein andrer Frosch, der gar geschickt
Wie wir hier im Foto sehen,
Konnt' mit dem Jojo umgehen,
Wurd' auch im Bilde festgehalten.


 Und auch die beiden da gar firm
 Zur See fuhren auf einem Schirm,
Hat der Meister von den alten
Wiener Bronzen festgehalten.


Noch viele von den schönen alten
Bronzen über die wir hier berichten,
Hatte der Meister abzulichten.

Zum Beispiel diese beiden hier
Die im Donauschilfrevier
Gerade eine Arie singen.


Einem andern wollt es nicht gelingen
Beim Korbballspiel den Korb zu treffen.
Gehindert daran durch den Neffen
Hat er schließlich aufgegeben.


So wie dereinst im echten Leben
Den Frauen es in Wien erging
Der Fotograf es nun einfing.

 
Was eine jede Frau musst tun
Symbolisierten Frösche nun.
Breitbeinig am Zuber stehen
Wir einen hier am Waschbrett sehen
Und der Kleine schaut ihr zu
Indem er fröhlich hüpft und quakt,
Wie sie rubbelt und sich plagt.


Frösche, so wie ich und du,
Die mit Humor gar unverdrossen
Wurden einst in Zinn gegossen,

Durft Knickebein der Fotograf
Knipsen so wie den Herrn Graf,

Dem sein Schal samt Stock und Hut
Standen beinahe so gut
Wie dem andern grünen Manne
Seine rote Gärtnerkanne.

Auch den Frosch im alten Schuh,
Vom Eisacktal in Brixen,
Dem zwei Küken sehen zu
Wie er durch die defekte Lederhaut
Von drinnen frech nach draußen schaut,
Musste der Meister knipsen.

Und auch die beiden, die in Sachen
Quaken grad ne Pause machen,
Und anstatt sich zu vertragen
Sich zu lieben nicht mehr wagen,
Wurden von ihm abgelichtet.


Alles das, so wird berichtet
Hat der Meister fotografiert
Und online danach archiviert.

Einen Eisverkäufer gar
Der unterwegs am Teichrand war;

Und einen Kater der am Pool
Tauchte in die Fluten cool
Um einen Frosch sich zu erjagen,

Sowie die beiden Blagen
Die die Welt sich unterjochten
Und auf ihr Bleiberecht frech pochten,
Weil sie dachten, dass als Grüne
Dies für sie die rechte Bühne,
Um anerkannt zu werden sei.

Doch damit war es schnell vorbei
Als mit seinem Zeitmessfimmel ,
Obgleich er wollte gar nicht stören
Der Braunfrosch mit lautem Gebimmel
Das Signal gab endlich aufzuhören
Über die Frösche zu berichten
Oder sie gar abzulichten.


Weil's mit den Bronzen ging bergab
Und es  keine neuen gab,
Ist den braven, guten lieben
Wiener der Walzerkönig nur geblieben
Doch über jenen zu berichten
Ist unser Thema hier mitnichten.

***

wird fortgesetzt

Sonntag, 29. Dezember 2013

Frosch und Kröte in der Kunst


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 23-46
Kunstexperten im Elysium
- Fritz Bergmann, Österreich, 19. Jh. -
- Teil 12 -

Danach kamen beim Meister dann
Erst mal ein paar Sportler dran,
Er hat sie so, wie hier berichtet,
All nacheinander abgelichtet.

Als erste zwei, die auf dem Eise
Hockey spielten in einer Weise
Wie einst beim SC Riessersee.



Die nächsten beiden dann im Schnee
Wie sie beim Paarlaufe brillieren.




Zwei andre, ohne sich zu zieren
Zeigen wie es recht gelingt
Dass einen Frosch man überspringt
Ohne Schaden zu  erleiden.




Im Bilde hier die nächsten beiden
Sind in punkto Hüpfen noch
Viel akrobatischer, jedoch
Haben sie nicht den Spaß dabei
So wie zuvor die andern zwei.



Auch Golfer durfte mitsamt Wagen
Und einmal sogar auch beim Schlagen
Knickebein der Fotograf
Knipsen. Ob der andre traf
Hat uns der Meister nicht genannt.

  
Beim Baseballspiel das auch bekannt
Damals in Wien ganz offenbar
Zur Wiener Bronzezeit schon war,
Knipste er zwei bei Schlag und Run.



Als nächster war ein Laubfrosch dran
Den Knickebein im Glas entdeckte
Wo er den Kopf heraus grad reckte.


Nach ihm ein paar die so belesen
Allesamt sind wohl gewesen
Dass auf dem Potte sie sogar
Wissen wollten was im Prater
Oder im Wiener Burgtheater
Am Wochenende los grad war.




Ein andrer, an seine Lieben
Hat einen Brief wohl just geschrieben
Als Knickebein der Fotograf
Ihn mit einem Blitze traf.


Frosch Hüpfig welcher noch beim Schreiben
So wie auch in Sachen Mathe
Große Schwierigkeiten hatte,
Und sicher würde sitzen bleiben
Wenn er nicht des Lehrers Rat
Sich zu Herzen  nahm und tat,
Was der weise Frosch ihm riet,
Wusst' nicht recht wie ihm geschah
Als er den Fotografen sah,
Welcher ihn hat abgelichtet.

  
Noch vieles wurde einst berichtet
Über den Knipser Knickebein.
Er soll dabei gewesen sein
Als einer, der aufs Pokern schwor
Teich und Reich und Weib verlor.


Als Meisterfrosch im Fotofach
War er dabei als einst beim Schach
Der Weltmeister wurde geschlagen.


Knickebein ward hoch begehrt
Damals und sei Geld auch wert!

Als Knipser, der in allen Lagen
Vertraute auf sein Objektiv,
Wenn man ihn zum Knipsen rief
Und der zu jeder Tageszeit
Zum Einsatz immer war bereit,

In ganz Wien, war er zur Stelle
Um für die Nachwelt festzuhalten
Was sich grad tat, in aller Schnelle.
  
Er verstand es zu gestalten
Und die Kamera so zu halten,
Dass er beinah wie im Schlaf
Die Figuren all so traf,
Wie es jener der sie machte
Sich mit viel Humor einst dachte.

Zum Beispiel diese beiden hier.
In gar eiteler  Manier,
Mit Zigarre in der Hand
Zog es den Freier zur Laterne
Wo eine fesche Kröte stand.



Ob er, was er von ihr wollte,
Und was er tat so gerne,
Für die paar Schilling kriegen sollte,
Die er als Frosch der schnellen Tat
Hatte dafür noch parat,
Stand nach längerer Debatte
Auf einem gänzlich andern Blatte.

Beim nächsten Fototermin dann
War Quax der Pfeifenraucher dran.


Kunsthistorisch heut gesehen
Sehn wir den Rauch noch wehen
Und verstehen, diese Mode
Brachte den braven Frosch zu Tode.
Heut ist das Rauchen zwar verboten
Dennoch sind die Sterbequoten
Bei Fröschen, Kröten und den Unken
Seither um keinen Deut gesunken
Im Gegenteil gestiegen gar.

Zwei andre Frösche heut sehr rar,
Nachdem er hat den Schnaps verkostet,
Der dort auf dem Rasen stand
Und welchen er sehr lecker fand,
Hat der Meister halb beschwipst,
Indem er ihnen hat zugeprostet,
Auf ihrer Schaukel dann geknipst.


Frosch um Frosch, so ging's dann weiter
Knipste der Fotograf gar heiter
Zu Haus bei sich im Studio
Oder aber anderswo.

***

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.