Samstag, 30. August 2014

Frosch und Kröte in der Kunst

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 24-36
- Frosch und Kröte in anderen Kulturen
- Mexiko -

Teil 4
- Lederhandarbeiten -

Nach den Masken, welch ein Graus,
Ließ sich Mentor weiter aus.
Er stellte dem erlauchten Korps
Lederhandarbeiten vor.
Und er hat dabei gelacht:
"Aus echten Fröschen all gemacht!"


"Tabakbeutel, Portemonnaie
Aus Kunststoff sind heut längst passee!"
Hat grinsend er dazu gesagt.
"Krötenfell ist heut gefragt!"

Dazu stellte mit Humor,
Den Seelen er die Bälge vor,
Aus denen in der neuen Welt
Die Sachen werden hergestellt.


Eingefärbt das Krötenfell,
In allen Farben die es gibt,
In matt oder auch leuchtend grell,
Grad wie der Krötenfreak es liebt.

Aus solchem Leder eine Tasche
Ist heut in nach neuer Masche.

  
 
Auch sein Handy trägt bald jeder
Gehüllt in feinstes Bufo-Leder,
Auf welchen grinsend gar verschmitzt,
Eine echte Kröte sitzt.



Und nach allerletztem Schrei,
Vor lauter Vornehmtuerei,
Verstaut den Golfball heut sogar,
Im Krötenoutfit manch Barbar.



Aus Krötenbein 'nen Talisman
Trägt unterm Hemd bald jedermann,
Weil das Glück bringt, wie man weiß.
Die Kröte zahlt dafür den Preis.


Frosch-Ledermützen sind noch rar,
Doch gibt es davon schon ein paar
Und wie die Mexikaner sagen,
Wird demnächst sie bald jeder tragen.



Sogar Schuhe, welche Pracht,
Man aus Krötenleder macht.


Die sind noch teuer derzeit zwar,
Doch weil die Snobs sie lieben,
Wurden schon gut tausend Paar
Davon im Internet vertrieben.

Von Tierschutz hält man dort nicht viel.
Der schnelle Dollar ist das Ziel.
Das ist seit vielen Jahren so.
Und das nicht nur in Mexiko,
Wo es seit jeher ist der Brauch,
Sondern in Australien auch.

Für Mammon hat man mehr Gespür.
Die arme Kröte stirbt dafür.

Ach, es ist fürwahr ein Graus!
Man reißt dem Lurch die Beine aus
Obwohl das schmerzt gar sehr das Tier!
Die Kröte wurd zum Souvenir.

Sie wird, obgleich das ist makaber,
Geschlachtet ohne wenn und aber
Und leidet wirklich sehr darob.
Doch was kümmert das den Snob,
Welcher weil es ist modern,
Zeigt sich in ihrem Outfit gern.

Rucksäcke mit Reißverschluss,
Mit Krötenköpfen oben drauf
Und noch so manchen and'ren Stuss
Bietet man feil im Netz zum Kauf.


Sogar als Fliege der elegante Mann,
Sie beim Froschausstatter kaufen kann.



Und für die feine Damen, die
Taschen verziert mit Krötenvieh.

 
Ein jede die was auf sich hält
Trägt eine aus der neuen Welt.
Die Tiere schau'n zwar traurig drein
Doch sie zu tragen gilt als fein.

Sogar als Gürtel um den Bauch
Zieren sie manchen stolzen Gauch.



Wenn das so weitergeht, trägt jeder
Hosen bald aus Krötenleder
In stupider Arroganz
Und all den andern Firlefanz,
Den man wegen ihrer Pracht
Aus den braven Tieren macht.

Schlüsselringe gar famos,
Mit Kröten daran lebensgroß,
Oder ihresgleichen
Sogar als Lesezeichen.




Krötenleder, hoch im Wert,
Ist bei den Reichen sehr begehrt.
Drum wird man weltweit weiter Kröten
Für all die dummen Leute töten,
Die unterliegen diesem Tick
Und glauben so was wäre schick.

Wer Kröten hat, kann alles kaufen!
Mit ihnen stolz herumzulaufen,
Um zu zeigen was man hat,
Ist modern heut in der Stadt.

Die Glückskröte am Hosenbund
Trägt mancher heut auch aus dem Grund,
Weil er denkt, er würd' auf Erden
Dadurch noch viel reicher werden.


Die Leute die viel Geld schon haben,
Es im Brustbeutel vergraben,
Von dem herab 'ne Kröte schielt
Und Acht gibt, dass es keiner stiehlt."



"Ihr seht, die Kröten, weil es Mode
Ist auf der Erde momentan,
Kommen in Mexiko zu Tode
Wie sonst nur auf der Autobahn."

Hat Mentor am PC gelacht:
Dann fuhr er fort: "Und nun gebt Acht!
Ich hab hier was aus Babylon.
Dort trug man Frosch und Kröte schon
Bei festlicher Gelegenheit,
Als Schmuck am Hals vor unsrer Zeit!"

Bevor er weiter sprach sodann,
Klickte er Aristoquakes an
Und stellte via Monitor,
Online die alten Frösche vor.

***

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.