Mittwoch, 1. Juli 2015

Auf dem Schlachtfeld

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 32 - 52
- 9. Kriegstag -
Auf dem Schlachtfeld

as

 Ergebnis, völlig klar,
Oft ein geschwänztes Froschkind war
Das manche Dame hat bekommen.

***

"Ich sag, das Kind ist angenommen,"
Sprach Mausefrau von Semmelbilch
Zu ihrem Nachbarn ohne Scham,
Als dieser sie besuchen kam
Und sah, obwohl er nicht ihr Gatte
Was er da angerichtet hatte.


"Ja gut" erwiderte der grüne Knilch
Und ehrenwerte Froschnachbar
Welcher sich Graf von Hupfauf nannte
Und die Gnädige schon kannte
Seit ihr Herr Gatte im Krieg gefallen war.

"Doch wie nennen wir das Kind?"
Fügte fragend dann
Der Graf von Hupfauf an.
"Quappmäuschen" sagte sie geschwind
Und nahm den Kleinen auf den Schoß.

"Ich zieh ihn für die Köchin groß,
Die, nachdem sie lange darb,
Kürzlich in meinem Haus verstarb,
Just als das Baby ward geboren."

"Ich hätte jeden Eid geschworen"
Hat der Graf darauf gelacht,
"Dass ich das Kind dir hab gemacht."

Erleichtert sehr und sichtlich froh,
Sprach er dann: "Es ist bestens so!"

Dann brachten sie das Kind ins Bett
Und gemeinsam im Duett,
Sangen ein Schlaflied sie ihm heiter.
Dann trieben sie's wie bisher weiter.

***

Ob die zwei dreisten Nimmersatten
Nebst Quappmäuschen ihrem Sohn,
Auch noch andre Kinder hatten,
Wie's im Krieg ist Tradition,
Wenn die Rassen man vermischt,
Und Gene werden aufgefrischt,
Blieb bis heute unbekannt.
Im Kriegsbericht ist's nicht genannt.

***

Doch auch im Felde die Epheben,
Wollten ohne Sex nicht leben.

Drum mancher Krieger ebendort,
Vom Gegner ins Versteck getrieben,
Betrachtete es als Ausgleichsport
Zum Töten an der Front,
Ein schnelles Nümmerchen zu schieben.

So wie es im Schilf die Frösche taten,
Machten es die Maussoldaten,


Und zwar nicht weniger gekonnt.

***

Im Grunde war es ein Skandal.
Weil Frauen für solcherlei Gebaren
Auf dem Schlachtfeld so selten waren,
Wie Fisch in einem Schusterladen,
Trieben die meisten es anal
Mit einem guten Kameraden.

***

Die Führung hat es zwar gewusst,
Doch sah man drüber weg bewusst,
Denn bis zum nächsten Puff war's weit
Und dazu fehlte schlicht die Zeit.

Das Schlimme an der Sache war
Dass die Soldaten offenbar
Es im Feld ganz nach Belieben,
Auch mit ihren Gegnern trieben.

  
Dabei kam, nach einem Seitensprung
Es oftmals zur Verbrüderung
Mit dem Feind. "Das darf nicht sein!"
Sprach Mausoberst Graf von Kostewein
Zu von Käferschluck, dem Froschmarschall
Im Feld der Ehr in Anbetracht
Ihrer beider Völker Schlacht.


"Den Sitten- und Kulturverfall"
Antwortete der Oberst drauf,
"Halten wir beide auch nicht auf.
Das ist im Kriege ebenso!"

"Auch mich drängt meine Libido"
So sprach weiter der Filou,
In meinem Zelte oft dazu,
Dass ich mich dazu aufbequeme
Und mir den General vornehme."

"Dann lass es mich doch diesmal sein!"
Sprach Mausoberst von Kostewein
Darauf froh und unverstellt
Zu von Käferschluck, dem Froschmarschall.

Der führte ihn zu seinem Zelt.
Und dort haben ganz spontan
Die zwei, was nötig war, getan.

Der Mauser nach dem Sündenfall,
Als danach er das Zelt verließ,
Dacht ohne jede Selbstkritik,
"Das war Vermischungspolitik,
Die nach dem Krieg kommt ohnedies!"

***

wird fortgesetzt


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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.