Donnerstag, 27. April 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 72
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 27 -

Mit dem Supermanne Hand in Hand,
Bummelte Maxi froh und guter Dinge,
Weiter bis für Frosch und Krötenringe,
Schließlich man den Laden fand.

Drinnen Silber, Gold und reine,
Wunderbar geschliffne Edelsteine,
Die funkelnd über alle Maßen,
Auf erlesenen Ringen saßen.

Heket, Amun, Kuk und ihresgleichen,
Als Glücks- und Auferstehungszeichen,
Wunderschön drauf dargestellt,
Lockten Kunden aus der ganzen Welt,
In Moussa Ramses Froschbasar,
Der auf dem Kontinent der größte war.

Im arg trügerischen Scheine,
Der verführerisch  glitzernden Steine,
Suchten gut betuchte Damen,
Die extra deshalb nach Kairo kamen,
In Moussa Ramses Ringschmuckhaus,
Sich Fingerschmuck zum Protzen aus.



















Die Damen ließen sich bedienen
Und Ramses zeigte dabei ihnen,
Welcher wunderbar gefasste
Stein zu ihren Fingern passte.


Froschringe mit Perlen und Smaragd verziert,
Hat er auch Maxi, der Muse offeriert.

 
 

 
 
 


Kostbare Steine wie Smaragde und Achat,
Er ihr zum Kaufe angeboten hat.
Auch Topas, Jade, Bernstein, Morganit,
Amethyst, Beryll, Aquamarin, Zultanit,
Apatit, Quarz, Citrin, Kunzit und Opal.

Doch Maxima hat ein jedes Mal,
Weil sie dacht, dass man sie linkt,
Dankend drauf nur abgewinkt.

***

Der Dichter, auch nicht gut betucht
Hat für Maxi einen Ring gesucht.
Dabei ist ihm aufgefallen
Dass die teuersten von allen,
Den über tausend Exemplaren,
Ein paar in der Vitrine waren,
Die ganz hinten an der Wand,
Im Halbdunkel des Raumes stand.

***

Nebst den edlen Lurchenringen
Handelte Moussa auch mit alten Dingen.
Unter anderem auch mit Grabbeigaben,
Die nur bei ihm man konnte haben.

Die sahen zwar alle aus wie echt,
Doch beim näheren bekieken,
Und in der Sache sehr erfahren,
Erkannte der Dichter, dass es Repliken,
Und zudem auch gemacht noch schlecht,
Allesamt bestimmt dort waren.






Bis auf einen schönen alten Ring,
In dem sich sein Kennerblick verfing.

***

"Das ist der Ring den Nefretari,
Den die mit Liebreiz, Anmut, würdevoll
Zur Vermählung getragen haben soll.



Der ist wertvoller als eine Stradivari,
Das wäre für Maxima der rechte Ring!"

So dachte da der Dichterling.
Und wandte dabei geflissentlich,
An den Inhaber des Ladens sich.

"Das sind anscheinend von Grabbeigaben,"
Sprach er, weil den Ring er wollte haben,
"Abgüsse alles und schlecht gemachte Kopien.
Wo habt ihr die Originale denn geklaut"
Hat er den jenen angeschrieen.


 



"Bitte, bitte, nicht so laut!"
Flüsterte als Antwort ihm
Da Moussa Ramses zu intim,
Und fügte leise tuschelnd dann,
Ein Angebot zur Güte an.

"Suchen sie sich einen aus
Und dann verlassen sie mein Haus."

***

Das Angebot ward angenommen.
So günstig an einen Ring zu kommen,
Ihr müsst es mal probieren,
Kann unterwegs ohne viel Geld,
Einem nur im Basar passieren.

***
Als später dann der Dichter fies
Den Ring genauer untersuchen ließ,
Hat im Labor man festgestellt,
Dass beim Kopieren offenbar,
Etwas verwechselt worden war.

Der Abklatsch liegt im Museum nun,
Im Haus am Nil bei Quakus von Amun,
Und das Original mit Aphrodites DNA,
Trägt nun die Muse Maxima.



***

Wie es mit jener weitergeht,
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.