Dienstag, 4. April 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 60
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 15 -

In Bubastis hat man wie geplant,
Gegen Mittag Rast gemacht.
Nachdem das Floß war festgemacht,
Sorgte der Dichter für Proviant
Indem er ein paar Datteln pflückte
Und Maxima damit beglückte.

Während sie am Ufer saßen
Und genüsslich aßen,
Informierte Maxi zweckdienlich
Über die Stadt per Handy sich.

"Schau mal", sprach sie dabei gewandt,
Das ist ja wirklich interessant."


"Hier, so berichten es die Alten,
 Hat auch Jesus mit den Seinen,
Auf der Flucht einst Rast gehalten."

"Weil die damals arg gemeinen,
Mitleidlosen und gescherten
Leute ihnen einen Trunk verwehrten,
Zeichnete Jesus mit der Hand,
Durstig ein Kreuz schnell in den Sand."

Dem koptischen Synaxarium zufolge war Bubastis die erste Stadt auf ihrer Reise durch das Nildelta. Die Vision des Theophilus berichtet, dass deren Einwohner aber mitleidlos der dürstenden hl. Familie das Wasser verwehrten. Nach erfolgloser Suche nach einer Wasserquelle zeichnete Jesus ein Kreuz auf die Erde, worauf sich alsbald eine Quelle auftat. Das Wasser ist für alle heilsam – nur nicht für die Bevölkerung von Bubastis.

"Sofort tat sich darauf
Eine Heilquelle dort auf,
Die jedoch zum Ärgernis
Nicht heilt die Leut' von Bubastis."

***

"Ja von Jesus gibt es mancherlei Geschichten"
Erwiderte der Dichter,  "zu berichten."
Doch das meiste davon ist wohl Stuss."

"Was man dazu wissen muss,
Steht in der Bibel aufgeschrieben."

"Erhalten ist bis heut geblieben,
Auch diese Prophezeiung hier!"
Pro­phe­zei­ung über Ägyp­ten. Siehe, der HERR fährt auf einer schnel­len Wolke und kommt nach Ägyp­ten [näm­lich nach Bubas­tis]. Da beben die Göt­zen Ägyp­tens vor ihm, und das Herz Ägyp­tens zer­schmilzt in sei­nem Innern. Und ich will Ägyp­ten gegen Ägyp­ten auf­sta­cheln, dass sie kämp­fen wer­den, jeder gegen sei­nen Bru­der und jeder gegen sei­nen Nächs­ten, Stadt gegen Stadt, König­reich gegen König­reich. (Jes 19,1-2)

"Was Jesajas  seinerzeit,
Über Ägypten hat prophezeit,
Das wissen heute wir,
Ist jedoch nicht eingetreten!"

"Ja damals die biblischen Propheten,
Erwiderte ihm Maxima,
Ließen aus puren Neid heraus,
Über jenes Land sich aus,
Aus welchem sie vor vielen Jahren
Ins Heilige gezogen waren."


"Dort wurde wohl im Frust
Über das trockne Land
Und den vielen Sand,
Ihnen im Nachhinein bewusst,
Wie schön es einst am Nil hier war."

"Als ihnen dieses wurde klar,
Haben geschockt und konsterniert,
Jesaja, Jeremia und auch Ezechiel,
In gar hinterhältigem Stil,
Gegen die Ägypter polemisiert,
Und deren Götter schlecht gemacht."

"Insbesondere aus Hermopolis die acht
Schöpfergottheiten um Amun,
Ohne sie genau zu kennen
Und die Namen Kuk und Huh und Nun,
Sowie die ihrer Damen nur zu nennen,
Wurden verunglimpft und verspottet."




"Alles was ägyptisch war
Hat man betrachtet als Gefahr
Für die neue Religion!"

"Die Namen ihrer Götter ausgerottet
Und die großartige ägyptische Nation,
Die Jahrtausende hindurch bewährt,
Und führend in allen Dingen war,
Zu Heiden und Götzenanbetern erklärt!"

"Und darüber hinaus sogar,
Ward jeder von Jahwes Zorn bedroht,
Der sich nicht hielt an das Gebot,
Das Moses abtrünnig, in tiefem Missbehagen,
Seinem neuen Volk hatte gegeben:
(In dieser Arbeit wird, so wie es auch Sigmund Freud dargelegt hat,
davon ausgegangen, dass Moses tatsächlich ein abtrünniger ägyptischer
Prinz war, der sich in der Thronfolge übergangen fühlte und sich aus
Rachegründen den Israeliten als Führer angeboten hat)
"Du sollst keine andre Gottheit neben
Dem alten Vulkangeist Jahwe haben!
Der über alle Welt erhaben
Hat fortan allein das Sagen!"

"Er führte aus dem Sklavenhaus
In Ägypten uns heraus!"

„Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld."

Nach diesem Motto, von Moses ausgegeben,
Sollten die Völker fortan leben,
Unter einem eifersüchtigem Gott
Der nichts kannte als Gewalt und Spott.

***

Maxi, die mit dem Handy in der Hand,
Ihrem Freund, dem Dichter gegenüber,
Neben dem Floß am Strand,
Des großen Stroms noch immer saß,
Und was online sie fand, mit Interesse las,
Wunderte sich gar sehr darüber,
Dass zwar in fast 700 Bibelstellen
Der Name Ägypten wird genannt
Aber, obwohl ganz sicher auch bekannt,
Die Pyramiden gänzlich unerwähnt dort blieben.

"Die alten Männer, welche einst die Bibel schrieben,
Wollten die Pharaonen wohl für das bestrafen,
Was überheblich jene einst den braven
In ihrer Verachtung für jene hatten angetan."

"Moses der ägyptische Filou
In seinem schlimmen Rachewahn,
Erkor sich seinen Schwiegervater aus
Und formte jenen Gott daraus,
Den wir alle heut noch kennen
Und Gottvater ihn statt Amun nennen!"


Der älteste Beleg für den Gottesnamen Jahwe stammt aus Ägypten. In einer Inschrift aus der Zeit Amenophis III. (14. Jh. v. Chr.) und in einer Liste aus der Zeit → Ramses II. heißt es: t3 š3św jhw3 „das Land der → Schasu-Beduinen des Jahû“. In diesen Texten ist jhw3 ein Toponym für eine Gegend, die vermutlich im südlichen Ostjordanland lag (Görg 1976). Der Gottesname könnte sehr gut von dem Toponym abgeleitet sein. Diese Annahme passt gut zu der These, dass Jahwe – wie z.B. Ps 68,8; Ri 5,4; Dtn 33,2 voraussetzen – aus dem Gebiet Edom stammt. In einer Liste Ramses II. aus Medinet Habu (XXVII 115) ist der Name Jahu in unmittelbarer Nachbarschaft des Namens r‘w’r (ägyptische Schreibung: r‘w’l) „Rehuel“ belegt, der an Reguël, Moses Schwiegervater, erinnert. Es ist aber unklar, ob Jahu in dieser Liste auf eine Gottheit verweist. Der Name Schasu war ein Oberbegriff, mit dem die Ägypter verachtete Nomadenstämme bezeichneten, die östlich des ägyptischen Reichs lebten. Die Schasu bewohnten ein Gebiet, das sich über das heutige Südpalästina, den Süden des Ostjordanlands und die Sinaihalbinsel erstreckte. Nach Ansicht mancher Forscher soll das Gebiet der Schasu nordwärts bis Syrien und zum Libanon gereicht haben. Die Aufzählung der unterworfenen Länder in Soleb enthält ein Land, das je nach Lesart als „Das Schasu-Land des Jahu“, als „Land der Schasu-JHW“ oder als „Jahwe im Schasu-Land“ bezeichnet wird. Wie der Ägyptologe Jean Leclant erklärt, steht der Name auf dem Schild in Soleb „für das Tetragramm des Gottes der Bibel, JHWH“.

"Maxi komm, wir müssen weiter!"
Sprach da der Dichterling zu ihr.

"Vielleicht werden beide wir
Ja in Burullus gescheiter,
Wo wir ja bleiben ein paar Tage."

"Dort können wir zu dieser Frage,
Und andern Dingen, die uns interessieren
Gemeinsam weiter recherchieren."

"O schade", sprach sie, "ich wollt mit Dir
Ja eigentlich den Katzenfriedhof hier,
Das wollte ich mir ausbedingen,
Einen Besuch ganz kurz abstatten,
Um Bastet ein Opfer darzubringen."

"Ich weiß ja, dass du Katzen magst!"
Hat ihr Freund drauf gelacht,
"Doch was du da vom Opfern sagst,
Wäre eh nicht mehr gegangen.
Der Tempel welchen die hier hatten,
Ist schon lange platt gemacht!"

***

Schade hat Maxima gedacht
Und gemeinsam mit dem Dichterling,
So schnell wie es nur eben ging,
Das Floß seeklar erneut wieder gemacht.

***

Wie's mit den beiden weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.