Donnerstag, 25. Januar 2018

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 49 - 1
Bei Hofe
Buch III

Während die Fürstin abgeschlafft,
Ohn' jede Angst vor Schwangerschaft,
Einschlief neben dem Eunuchen,
Wollt Hugsch was anderes versuchen.

Er wollt als erster Frosch auf Erden,
Verwandelt in ein Manntier werden.

Weil er eine Prinzessin kannte,
Er heimlich sich an diese wandte.

"Küss mich!" sprach er im Schilf zu ihr,
Aus eben diesem Wunsch und Grund,
"Ganz heiß auf meinen nassen Mund,
Dann wird, mein Kind, du wirst es sehen,
Der Prinz, den du dir wünscht erstehen."

"Jeden Wunsch erfüll ich dir."

"Du wirst es sehn, ich bin ganz nett.
Als Prinz geh ich mit dir ins Bett,
Und wenn du gänzlich wirst dort mein,
Stellt auch für dich das Glück sich ein,
Nach dem du sehnst so lang schon dich!"

"Also, drum eben, küsse mich!"

Da nahm als ihres Glückes Unterpfand,
Den kalten Frosch sie in die Hand,
Und gab ein Küsschen ganz intim,
Aus seine breite Gosche ihm.





Hugsch wusste nicht wie ihm geschah.

Als er hinunter an sich sah,
Sprach er zu ihr mit Recht und Fug,
"Das war wohl, denk ich nicht genug."




"Drum schöne Maid, ich bitte dich,
Küss weiter und erlöse mich!"

Ob die Erlösung ihr gelang,
Ist nicht bekannt. Hugsch ist verschollen.

***

Noch heut vor ihrem ersten Kuss,
So manche schöne Jungfer bang,
Fragt sich, wie lang sie küssen muss,
Bis so ein Frosch aus der Provinz,
Endlich wird zum Märchenprinz.

Die Antwort ist: "Man muss es wollen!"

Skepsis ist nicht angebracht.
Bevor 'nen  Frosch man glücklich macht
Und ihn zum Prinzen will erküren,
Muss man es im Herzen spüren.

***

Nichts dergleichen an Gefühlen,
Hatten im Palast die kühlen
Frösche, die aus purer Lust,
Sich ihrer Sünden nicht bewusst,
Anstatt zu zweit sich nur zu lieben,
Es schamlos in der Gruppe trieben.

Nichts als ihr Trieb ward der Konnex,
Der geilen Neun beim Gruppensex.





Den Krieg, bei solch schnöden Interessen,
Hatten sie allesamt vergessen.
Und auch in der Gruppe auf dem Flur,
Direkt vor Mäuslis Zimmertür,
Hatte keiner Zeit dafür,
Einen einzigen Gedanken nur,
An die Schlacht jetzt zu verschwenden.

Sie hatten allesamt Beschwerden
Der Begierde in den Lenden,
Und um diese los zu werden,
Haben alles sie versucht,
Was sie an Beischlafvarianten,
Aus dem Kamasutra kannten.


Nichts von dem, was Unger einst beschrieb,
Unversucht hierbei nun blieb.

"Was ist die Bande doch verrucht."
Dacht Mäusli, die vor sich ganz nah,
Die Orgie durch den Türspalt sah.

"Mein Gott", dachte die hübsche Maus schockiert,
Von dem, was vor der Tür die acht
Geilen Frösche ungeniert,
Haben im dunklen Flur gemacht.


Dann musste sie an Pausback denken.
"Er wird mir wahre Liebe schenken.
Er hat nicht nur Sex im Sinn,
So wie seine Untertanen,
Im Flur mit ihren Kurtisanen!"

Sie dachte daran was vorhin,
Er leise ihr versprochen hatte.

"Du weißt ja dass wir Freunde sind!"
So klang es nach ihr jetzt im Ohr,
Was er gesagt hatte zuvor
Und dass er gerne würd' ihr Gatte.

Da lief sie wie ein Wirbelwind,
Vorbei an all den nackten geilen
Fröschen zum König hin geschwind,
Um dem Liebsten mitzuteilen,
Was durch den Türspalt von ganz nah,
Sie abstoßend und fürchterliches sah.

***

Wie es bei Hofe weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt






Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.