Donnerstag, 6. April 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 62
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 17 -

Weil Maxi plötzlich niesen musste
Und es nicht zu unterdrücken wusste,
War die Handy-Knipserei
Nach ihrem Hatschi- Ruf vorbei.

Die ganze Froschvolk war verschwunden.

"Das dauert sicher ein paar Stunden"
Hörte Maxima den Dichter sagen,
"Bis die heraus sich wieder wagen!"

Und als nächstes folgte dann,
Sein Befehl zum "Paddel an".

Doch herrje, sie saßen fest.
Ringsherum nur Wasserpest.
Der Dichter mit dem Floßbootshaken
Musste das Floß durchs Röhricht staken,
Was dem armen Dichterling
Fast über seine Kräfte ging.

Er schuftete gar tölpelhaft,
Gut eine halbe Stunde lang.
Dann mit dem letzten bisschen Kraft,
Es ihm schließlich doch gelang,
Das Floß flott wieder zu bekommen.

Völlig erschöpft sank er auf dessen Planken
Und hat nichts mehr um sich wahrgenommen.

Maxima war es zu verdanken,
Dass sie im Rohr nicht hängen blieben,
Und weiter flussabwärts wieder trieben,
Bis schließlich spätabends irgendwie,
 Burullus erreichten sie,
Wo sie Urlaub machen wollten.

Weil sich die beiden dort nicht trollten,
Sondern froh über das Gelingen
Ihrer Floßfahrt auf des Nilstromsoberarm,
Ganz gemütlich zum Hotel nur gingen,
Kam es wie es kommen musste.

Dort war für die zwei,
Nur nach ein Doppelzimmer frei.

Bisher hatten sie getrennt
In Einzelzimmern nur gepennt.

***

Ach was hat sich Maxi da geziert.
Der Dichter indes ungeniert,
Weil dringend in ein Bett er musste
Und sich auch zu helfen wusste,
Sprach sofort, "Das nehmen wir!"

"Ich als Göttin, nachts mit dir
Ganz allein in einem Zimmer,
Womöglich noch im gleichen Bett,
Das mach ich nie und nimmer!"

Sprach er drauf geckenhaft kokett,
"Ich bin doch nicht der Luftikus,
Für den du mich noch immer hältst."

Und dann fügte er im Nu
Zur Erklärung noch hinzu:

"Auch wenn du mir sehr gut gefällst,
Würde ich es niemals wagen,
Dich aus deinem Bett zu jagen!"

"Selbstverständlich schlafe ich,
So wie für einen Sterblichen wie mich,
Es neben dir ist angebracht,
Auf dem Fußboden heut Nacht!"

"Na gut", sprach Maxima darauf
Und raubte ihm jeden Hoffnungsschimmer,
"Dann nehmen wir das Doppelzimmer.
Aber denk dran, ich halt die Augen auf!"

Schnell haben sie sich eingerichtet.
Und weil sie beide müde waren,
Auf das Duschen gar verzichtet.

"Auch wenn wir hier am Wasser sparen",
Sprach er, als sie im Bett schon lag,
"Auf eines kann ich nicht verzichten,
Dir einen Vers schnell noch zu dichten!"

"Na gut", lachte sie, "doch dann ist Ruh!"


"Danke für den wunderschönen Tag,
Den ich erleben durft' mit Dir.
Ich mach jetzt meine Äuglein zu
Und denk du wärst bei mir.

"Ich halte dich ganz fest im Arm
Und du hältst mir die Füße warm."

"Ach was habe ich's doch gut,
Auch wenn des Kreuz mir weh schon tut,
Würde ich es niemals wagen,
So wie du zu mir zu sagen,
Dass wir schleunigst unsre Rollen,
Wie auf dem Floße tauschen sollen!"

"Na dann, schlaf gut und gib drauf acht,
Das ich hier bleibe. Gute Nacht!"

***

Da hat die Muse sich besonnen.
"Na komm", sprach sie, "du hast gewonnen!"


***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.